Landkreis informiert umfassend über zukünftige Struktur der Jugendhilfe
(LKHi 12-04-033) Nach erfolgter Beschlussfassung in Stadtrat und Kreistag geht es mit der Zusammenführung der Kinder- und Jugendhilfe weiter voran. In einer gemeinsamen Personalversammlung hat Sozialdezernent Ulrich Wöhler jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die gemeinsame Zukunft ab 2013 eingestimmt. Über 100 Bedienstete der Stadt und des Landkreises informierten sich im Kreishaus, nahmen aber auch die Gelegenheit war, Fragen zu stellen und Meinungen zu äußern.
In kurzer Form wurden noch einmal die einzelnen Entwicklungsstufen bis zur politischen Entscheidung dargelegt. Leitbilder und Ziele der Landkreiskonzeption, die neue Aufbauorganisation, der Stellenbedarf, das geplante Verfahren zur Personalbesetzung bis hin zur Raumfrage und zur IT-Anbindung wurden erläutert.
Dargelegt wurde dabei auch anhand von konkreten Zahlen der zukünftige Stellenbedarf. Derzeit werden beim Landkreis Hildesheim die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe von rund 115 Bediensteten auf etwas mehr als 95 Stellen wahrgenommen. Mit der Übernahme der bisher städtischen Aufgaben zum 01.01.2013 werden rund 42 Stellen hinzukommen, das sind rund sieben Stellen (oder 15 Prozent) weniger, als die Stadt Hildesheim bisher vorhält (rund 49 Stellen). Das Gesamtvolumen der Stelleneinsparungen, das innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren realisiert werden soll, beträgt rund 13 Stellen. Da es künftig nur noch ein Jugendamt geben wird, ergeben sich die Einsparungen primär bei den Leitungsstellen sowie bei weiteren Zentralaufgaben und Assistenzstellen. Der Landkreis wird allein in diesem Bereich zum Zeitpunkt des Aufgabenüberganges 6,15 Stellen weniger als die Stadt benötigen. Das ist ein Einsparvolumen von gut 400.000 Euro jährlich. In den regionalen Sozialdiensten wird der Landkreis am 01.01.2013 mit rund 3,4 Sozialarbeiterstellen (16 Prozent) weniger als die Stadt starten. In weiteren Aufgabenbereichen kann es zu Stellenreduktionen kommen, aufgrund ansteigender Fallzahlen aber auch zu einer höheren Stellenausstattung als bei der Stadt.
Hohe fachliche Qualität gesichert
Die Stellenbedarfe, die vom Landkreis regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, ergeben sich aufgrund der jährlich zu bearbeiten Vorgänge. Da die Fallzahlen bundesweit weiter ansteigen, sind regelmäßige Stellenpassungen erforderlich. Dies unter der Vorgabe, so legte Sozialdezernent Ulrich Wöhler detailliert dar, dass alle gesetzlichen Aufgaben weiterhin mit hoher fachlicher Qualität wahrgenommen werden können.
Nach einer Diskussionsrunde zu den Stellenbedarfen erläuterte Wolfgang Brede, Leiter des Fachdienstes Personal, das geplante Verfahren zur Besetzung der zusätzlichen Stellen im Jugendamt des Landkreises. Nach kurzer Pause ging es dann ans Eingemachte. In drei Arbeitsgruppen (Familie und Sport, Erziehungshilfen sowie Unterhalt, Vormundschaft, Elterngeld und Asylbewerberleistungsgesetz) konnte mit den Fachdienstleitungen Sabine Levonen, Klaus-Dieter Bange und Constanze Sickfeld die fachlichen Schwerpunkte der zukünftigen Arbeitsfelder diskutiert werden. Auch sie zeigten, wie zuvor schon Wöhler, an vielen einzelnen Beispielen und Maßnahmen auf, dass die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe nicht nur mit hohem Anspruch, sondern auch mit besonderer Qualität wahrgenommen werden. Beispielhaft wurden Maßnahmen der Frühen Hilfe („Willkommen im Leben“, Prävention in aller Frühe - PIAF®, der Einsatz von Familienhebammen, die Lernförderung in Schulen – LeFiS - sowie spezifische Projekte in den regionalisierten Jugendhilfestationen) genannt. Weiterhin wurde auf die Arbeit in fach- und berufsgruppenübergreifenden Netzwerken wie der Lenkungsgruppe „Kindergesundheit, Kinder- und Familienförderung, Kinderschutz“ eingegangen. Wesentliche Eckpunkte und Standards zur Qualitätssicherung wurden erörtert. Hierzu gehört auch die „Regionalisierung“. Der Landkreis wird zukünftig in sechs Sozialräume aufgeteilt für die künftig sechs Jugendhilfestationen (bisher vier) zuständig sein werden.
Die Mitarbeiterinnen des Jugendamtes der Stadt haben jetzt bis Ende August die Möglichkeit, ihr Interesse für einen Wechsel zum Landkreis zu bekunden. Das Verfahren zur Personalbesetzung, mit dem gleich danach begonnen werden soll, wird so einfach wie möglich gestaltet. Bei einem Wechsel von der Stadt zum Landkreis werden den Bediensteten keinerlei persönlichen Nachteile entstehen.
Kreissozialdezernent Ulrich Wöhler erläutert der Belegschaft Punkt für Punkt die Detailschritte zur Zusammenführung der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis Hildesheim zum 01.01.2013. (Foto: lps)
Zur weiteren Information können Sie anhand folgender PowerPoint-Präsentation noch einmal die einzelnen Stufen des Umsetzungsprozesses, die Ziele sowie die geplanten zukünftigen Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis Hildesheim nachvollziehen.
Alle Meldungen

