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07.02.2019

Gesundheitamt informiert: Wie verläuft eine Erkrankung durch das Norovirus und was ist zu beachten?

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In den Monaten Oktober bis März verursachen Noroviren Magen-Darm-Beschwerden mit z. T. heftigem Erbrechen und starken Durchfällen bei meist ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit des Virus treten Erkrankungen meist gehäuft in Kindergärten, Schulen, Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern auf. Neben der Schmierinfektion direkt von Mensch zu Mensch ist die Übertragung des Norovirus durch das Einatmen erregerhaltiger Tröpfchen während des Erbrechens einer erkrankten Person möglich. Gerade nahe, pflegende Angehörige sind besonders gefährdet, sich anzustecken.

Nach sechs bis 50 Stunden kommt es für etwa zwölf bis 48 Stunden zu schwallartigem heftigem Erbrechen und starken Durchfällen mit erheblichem Flüssigkeitsverlust und weiteren Symptomen wie ausgeprägtem Krankheitsgefühl, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Mattigkeit und ggf. erhöhter Körpertemperatur. Die Erkrankung kann auch leichter verlaufen. Mindestens bis zu 48 Stunden nach Gesundung scheiden Erkrankte das Virus aus. In der Regel reicht eine ambulante Behandlung mit Ersatz des erhöhten Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes aus. Bei Kleinkindern und älteren Personen kann ggf. eine kurzzeitige Behandlung im Krankenhaus notwendig sein.

Erkrankte Personen sollten in der akuten Erkrankungsphase Bettruhe einhalten und bis zu 48 Stunden nach Gesundung den Kontakt mit anderen Personen möglichst einschränken. Auf den Einsatz von Desinfektionsmitteln kann im Privathaushalt in der Regel verzichtet werden. Erkrankte und Personen, die Erkrankte betreuen, sollten im Privathaushalt unbedingt eine gute Toiletten- und Händehygiene mit sorgfältigem Waschen der Hände einhalten. Hygieneartikel sollten personenbezogen benutzt werden. Sichtbar verunreinigte Flächen wie z.B. Waschbecken, Toilette, Türgriffe und Fußboden sollten unter Benutzung von Gummihandschuhen mit Einmaltüchern sofort gereinigt und das Reinigungstuch direkt nach der Benutzung entsorgt werden. Flächen im direkten Umfeld von Erkrankten sollten regelmäßig mit Einmaltüchern gereinigt werden, die anschließend entsorgt werden. Erkrankte sollten keine Nahrungsmittel für andere Personen zubereiten, Geschirr kann wie üblich gereinigt werden. Leib- und Bettwäsche sollte mit einem Vollwaschmittel bei mindestens 60 °C gewaschen werden.

Eine Ansteckungsfähigkeit besteht wahrscheinlich erst mit Beginn der akuten Krankheitszeichen, so dass für nicht erkrankte Kontaktpersonen keine Maßnahmen erforderlich sind. Nach Gesundung kann das Virus weiterhin mit dem Stuhl ausgeschieden werden, daher sollte für weitere zwei Wochen eine intensive Toiletten- und Händehygiene eingehalten werden.