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13.03.2012

Internationaler Frauentag 2012: "Neue Gleichstellungspolitik holt den alten Feminismus aus der Emma-Ecke"

Frauentag 2012-2
Frauentag 2012-2
(LKHi 12-002) „Das Geschlecht beeinflusst nach wie vor die Berufswahl stärker als jeder andere Faktor“, so die Kernaussage der Präsidentin der HAWK Prof. Dr. Christiane Dienel zum Internationalen Frauentag 2012. Auf Einladung der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten waren 240 Frauen in das Hildesheimer Kreishaus gekommen, um der Grundforderung nach Gleichberechtigung Nachdruck zu verleihen. Ihr Thema: Ist Gleichstellung für junge Frauen heute ein alter Hut? Herausforderungen und Klippen und Neue Chancen für junge Frauen im 21. Jahrhundert.
   Die rhetorische Eingangsfrage der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Hildesheim Christa Schick, ob denn die Frauen nach den bisher ereichten Erfolgen nicht langsam zufrieden sein sollten, wurden dann mit  wissenschaftlicher Gründlichkeit untersucht und beantwortet. Die HAWK-Präsidentin ging in ihrem Vortrag einleitend auf statistische Daten ein, die eine klare Sprache sprechen. Das Geschlecht bestimme die Berufswahl immer noch stärker als jeder andere Faktor. 80 Prozent der Auszubildenden im Gesundheitsbereich seien weiblich, im Bereich Kfz-Mechatronik dagegen 99 Prozent  männlich. Die geschlechtsspezifische Berufswahl führe nach wie vor zu Benachteiligungen von Frauen. Die Folge:  niedrigere Einkommen und Altersarmut der weiblichen Bevölkerung. Eindeutiger könnten Zahlen kaum sein. Allerdings: Neue Normalitäten schafften neue Freiheiten für junge Frauen. Sinkende Reallöhne führten zu doppelverdienenden Paaren als Normalfall. Wegen des erwarteten Fachkräftemangels, werben Firmen zunehmend um Frauen als Beschäftigte. „Damit holt eine neue Gleichstellungspolitik den alten Feminismus aus der Emma-Ecke und macht ihn zu einem Qualitätskriterium in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“, so die Professorin.
Quote statt Freiwilligkeit – Berliner Erklärung findet Unterstützung Christa Schick hatte in diesem Jahr erstmals über die  Schulen junge Frauen zu einem Workshop mit Dienel eingeladen. Hier konnte über Klippen in der Studien- und Berufswahl diskutiert werden. Anlässlich des Internationalen Frauentages 2012 erinnerten die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Hildesheim an das staatliche Gleichstellungsgebotes nach Art. 3 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes. Die Berliner Erklärung fand die volle Unterstützung der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten. In dieser Erklärung sprechen sich die  Abgeordneten aller sechs im Bundestag vertretenen Parteien und die Vertreterinnen sechs großer Frauenverbände  für eine Stärkung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Führungspositionen der Wirtschaft durch klare gesetzliche Vorgaben  aus.  Die Konferenz der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Hildesheim appelliert an alle Frauen und Männer, sich dem überparteilichen Bündnis mit der Unterzeichnung der „Berliner Erklärung“ www.berlinererklärung.de anzuschließen.