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03.04.2013

Spontane Spendenaktion für das Frauenhaus

(LKHi 13-001) Als die Künstlerin Touria Alaoui hörte, dass die Frauen im Islam in diesem Jahr thematisch am Internationalen Frauentag im Kreishaus im Mittelpunkt stehen, rief sie spontan die Gleichstellungsbeauftragte Christa Schick an. Sie bot an, den Erlös ihrer Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Radierungen mit dem Titel „1001 Rosen“ dem Frauenhaus Hildesheim zur Verfügung zu stellen. Am 08.03. wurde diese Geste von den Besucherinnen gut angenommen, etliche Radierungen wechselten die Besitzerin. So konnte ein Scheck an das Frauenhaus übergeben werden. „Wir freuen uns sehr über die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung. Sie gibt uns aktuell die Möglichkeit, für die Frauen und Kinder im Frauenhaus die Ostertage besonders zu gestalten,“ freuen sich die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses.

Spendenaktion
Spendenaktion

Anlässlich der Spendenübergabe fand ein Besuch im Hildesheimer Frauenhaus statt. In Hildesheim bietet seit 1979 das Frauenhaus Frauen und Kindern Schutz vor Gewalt. Zuvor kämpfte die Frauenbewegung darum, dass Gewalt innerhalb des häuslichen Bereiches offen thematisiert und nicht länger verschwiegen wird. Auch heute noch bereitet es vielen Frauen ein Problem, über ihre Erfahrungen mit Gewalt im häuslichen Umfeld zu sprechen oder Hilfen anzunehmen. Selma Fuchs und Andrea Dittrich, zwei der fünf Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Hildesheim e.V., erleben diese Situationen immer wieder. Individuell gehen sie auf die Schicksale der Betroffenen ein. Hierbei handelt es sich nicht nur um Frauen, die massiv körperlicher Aggression ausgesetzt sind. Gewalt hat viele Gesichter. Die Spanne reicht von psychischer Gewalt, bei der Frauen u.a. verbale Abwertung, auch Isolation erfahren, bis hin zu sexueller Gewalt. Viele der betroffenen Frauen plagen Schuldgefühle. Sie möchten ihren Kindern weder eine ungewisse Zukunft noch den Verlust des Vaters zumuten. Ängste, fehlende finanzielle Mittel und Drohungen des Partners sind weitere Aspekte, die Ablösungsprozesse erschweren. Darüber hinaus erleben die Opfer, dass ihnen von der Gesellschaft eine Mitschuld für das Geschehene zugewiesen wird. „Gewalt von Männern gegen Frauen ist kein Randgruppenproblem, es kann jede treffen“, betont Fuchs. Frauen, die sich für eine Aufnahme ins Frauenhaus entscheiden, können sich zunächst an die Beratungsstelle in der Bahnhofsallee 25 in Hildesheim wenden. Im Jahr 2012 lebten 50 Frauen und 45 Kinder in der Hildesheimer Institution, die somit über weite Teile des Jahres komplett ausgelastet war. Die jüngste Bewohnerin war einige Wochen, die älteste 76 Jahre alt. Laut Statistik erdulden Frauen im Durchschnitt sieben Jahre lang Gewalt, bevor sie ausbrechen. Das Problem betrifft alle Bildungsschichten und geht quer durch alle Gesellschaftsbereiche.
Für den Verein bedeutet jedes Jahr wieder ein finanzieller Balanceakt. „Wir sind auf die Spendenbereitschaft der Bevölkerung angewiesen. Die Spenden ergänzen die öffentlichen Zuschüsse. Sie ermöglichen uns, die Einrichtung aufrecht zu erhalten und das Alltagsleben der Frauen und Kinder, die in unserem Haus Schutz suchen, besser zu gestalten.“ Umso mehr freuen sich die Mitarbeiterinnen und Christa Schick, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Hildesheim, über die Bereitschaft der Künstlerin, auch weiterhin den Erlös ihrer Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Radierungen mit dem Titel „1001 Rosen“ dem Frauenhaus Hildesheim zur Verfügung zur stellen. Weitere Kunstwerke der limitierten Auflage sind auf Anfrage im Büro der Gleichstellungsbeauftragten erhältlich. Interessierte können sich hierzu an Christa Schick wenden.