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Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest
Ende Juli sind erstmals mehrere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Tschechien aufgetreten. Bislang konnte dort bei über 100 Wildschweinen das Virus nachgewiesen werden. Ob es gelingt die Seuche in Tschechien zu tilgen, ist ungewiss. Am 17.11.2017 meldete Polen aus der Provinz Masowien einen Sprung der ASP von etwa 100 km.
Weitere Ausbrüche bei Haus- und Wildschweinen werden auf dem Territorium der Russischen Föderation, Ukraine, Litauen, Lettland und Estland gemeldet. Die Krankheit wurde offenbar über lange Strecken verbreitet indem erregerhaltige Lebensmittel entlang der Straßen entsorgt wurden und die dortige Wildschweinepopulation infiziert haben.
Die ASP ist eine fieberhafte, hoch ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine) mit seuchenhaftem Verlauf. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. In den betroffenen EU-Staaten konnten die Ausbrüche in den Hausschweinebeständen meist schnell getilgt werden. Die Tilgung in den Wildschweinebeständen gestaltet sich dagegen schwierig.
Gesunde Tiere stecken sich an, wenn sie direkten Kontakt zu infiziertem Material oder zu erkrankten Tieren haben. Meist erfolgt die Ansteckung über den oralen Weg durch Verzehren von kontaminiertem Futter und Fleisch. Das ASP-Virus besitzt eine hohe Widerstandkraft in der Umwelt. Es bleibt unter den Bedingungen des Verwesungsprozesses mehrere Wochen im toten Tier infektiös. In Schlachtkörpern und Blut ist das Virus monatelang, im Gefrierfach jahrelang vermehrungsfähig.
Die an der ASP verendeten (und schwer auffindbaren) Wildschweine, könnten den Hauptfaktor für eine jahrelange Persistenz des Erregers in der Wildschweinepopulation sein.
Es besteht das Risiko einer Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union. Mit Produkten aus nicht durchgegartem Fleisch (Schinken, Salami, usw.) infizierter Schweine und über Fahrzeuge, die aus betroffenen Regionen zurückkehren, könnte das Virus weiter verbreitet werden. Besonders das Verfüttern (illegal) oder unsachgemäße Entsorgen von Speiseabfällen stellt hierbei eine Infektionsquelle dar. Das Auftreten der ASP in Deutschland hätte für das gesamte Bundesgebiet hohe wirtschaftliche Folgen.

Gegen die ASP gibt es (im Gegensatz zur klassischen Schweinepest) keinen Impfstoff!

Aus diesen Ausführungen ist ersichtlich, dass die folgenden Maßnahmen hinsichtlich der Bekämpfung der ASP von besonderer Bedeutung sind:


1. Die Wildschweinepopulation ist durch Bejagung gering zu halten.
Hierzu wird die Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes diskutiert. Angedacht sind folgende Änderungen
• Verpflichtung zur Duldung überjagender Hunde
• Definition des Elterntieres bei Schwarzwild
• Anpassung der Jagdzeiten für Keiler Bachen
Als weitere Maßnahmen sind vorgesehen:
• Schulung zu Saufängen
• Prämie für Mehrabschuss von Schwarzwild


2. Um eine Ausbreitung zu verhindern ist die Früherkennung von entscheidender Bedeutung
Hierzu wird in der Wild- und Hausschweinepopulation ein Monitoring vorgenommen.
Es muss jeder Totfund von Wildschweinen untersucht werden. Hierzu sind von den Jägern Organe v. a. Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge oder wenn nicht mehr vorhanden große Röhrenknochen im Veterinäramt zur Untersuchung abzugeben. Als vereinfachtes Verfahren können für die Früherkennung der ASP auch Bluttupferproben genommen werden. Der Tupfer kann einfach aus der Schutzröhre entnommen und mit blutiger Flüssigkeit getränkt werden („in alles was rot ist“). Danach wird er wieder in die Hülle verbracht und kann im Veterinäramt abgegeben werden. Die Tupferproben (aber nur diese) können außerdem zusammen mit dem Probenbegleitschein (wichtig!) in einem flüssigkeitsdichten Beutel (z.B. Gefrierbeutel), verpackt in einem Luftpolster-Briefumschlag, an das LAVES, Lebensmittel-und Veterinärinstitut Hannover, Eintrachtweg 17, 30173 Hannover versandt werden. Der Fundort ist zu markieren, eventuell mit Foto und so genau wie möglich zu beschreiben und ggf. über die Tierfund-App ( im Google Play Store / App Store) bzw. das Tierfundkataster  zu melden.

Für die Meldung von tot aufgefundenen Wildschweinen ist die Auszahlung einer Prämie geplant.

Über die Blutproben gesund erlegter Schweine wird die ASP nur selten nachweisbar sein. Allerdings sind die Blutproben weiterhin wichtig für die Früherkennung der Klassischen Schweinepest. Deshalb werden die Jäger gebeten auch weiterhin möglichst viele Blutproben zu nehmen und im Veterinäramt abzugeben.


3. Einhaltung von Hygienemaßnahmen
Die Landwirte müssen in ihren Hausschweinebeständen die Biosicherheitsmaßnahmen gemäß der Schweinehaltungshygieneverordnung einhalten. Der Kontakt zu Wildschweinen ist zu verhindern.

Bei Gemeinschaftsjagden wird empfohlen den Aufbruch über die Tierkörperbeseitigung zu entsorgen, auch in Hinblick auf die Aujeszkysche Krankheit, die im Landkreis Hildesheim bereits nachgewiesen wurde. Hierzu ist mit der Firma Secamin Kontakt aufzunehmen, Tel. 03933/933010.


Folgende Informationen und Merkblätter stehen zur Verfügung:

 

 

 

Autor: Amt 203