Vielfalt im Ehrenamt
Ein kleines Blitzlicht anlässlich des internationalen Tag des Ehrenamtes.
Den internationalen Tag des Ehrenamts, der am 5.12.2025 begangen wird möchten wir als Redaktion des Newsletters Bürgerschaftliches Engagement nutzen, um einen Ausschnitt der diversen Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements in Stadt- und Landkreis Hildesheim in kurzen Texten zusammenzufassen. Und so zeigt sich unten die beeindruckende Vielfältigkeit des Teams Ehrenamt, das die Stütze unseres Gemeinwohls darstellt. Es sind die vielen helfenden Hände, die unser Leben an vielen Stellen lebenswert machen. Und es ist die helfende Hand, die dem eigenen Leben Tiefe schenkt.
Heute geht ein großer Dank an Sie alle, an das Team Ehrenamt. Bleiben Sie dabei und erzählen Sie davon, wo Sie sich engagieren, was Sie bewegt und was Sie möglicherweise längerfristig bindet. Wir, die Redaktion des Newsletter Bürgerschaftliches Engagement, nimmt gern Ihre persönliche Geschichte entgegen und erzählt sie im Newsletter für all die anderen.
Melden Sie sich mit Ihrer Geschichte bei uns. Sie erzählen, wir schreiben gern.
Und sagen Sie weiter, dass jede und jeder, der noch nicht dabei ist, genau dann, wenn sein Fenster für Ehrenamt sich öffnet, herzlich im Team Ehrenamt willkommen ist.
Ihre Redaktion des Newletters Bürgerschaftliches Engagement
Engagement im Sport
Der positive Trend im Hildesheimer Sport hält an: Nach den schwierigen Jahren der Corona-Pandemie verzeichnet der Kreissportbund (KSB) Hildesheim in diesem Jahr einen deutlichen Mitgliederzuwachs. Insgesamt sind nun 92.147 Menschen in den über 340 Sportvereinen des Landkreises aktiv – ein starkes Zeichen für den anhaltenden Aufschwung des Vereinssports.
Diese Entwicklung zeigt, dass der Sport in Hildesheim weiter wächst und viele Menschen in den Vereinen eine sportliche Heimat finden. Besonders beliebt bleibt das Turnen, gefolgt von Fußball und Schießsport. Mit mehr als 45 verschiedenen Sportarten ist das Angebot in der Region sehr vielfältig – für jede und jeden findet sich die passende Aktivität.
Ein entscheidender Motor hinter diesem Erfolg ist das ehrenamtliche und freiwillige Engagement. Ohne die zahlreichen Freiwilligen, die als Übungsleiterinnen, Platzwarte, Vorstandsmitglieder oder Helferinnen bei Veranstaltungen aktiv sind, wäre der Vereinsbetrieb kaum denkbar. Das Ehrenamt gilt als eine der wichtigsten Säulen des Vereinssports.
Wer sich selbst engagieren möchte, findet in nahezu jedem Verein passende Möglichkeiten, die eigenen Fähigkeiten einzubringen. Interessierte können sich direkt an die Sportvereine vor Ort wenden.
Auch die Vereine selbst profitieren von der Unterstützung des Kreissportbundes: Der KSB bietet Beratungsformate an, um individuelle Engagementstrategien zu entwickeln. Zudem können sich Sportvereine als „Engagementfreundlicher Sportverein“ oder „Jugendfreundlicher Sportverein“ auszeichnen lassen – ein weiterer Anreiz, das freiwillige Engagement zu fördern und sichtbar zu machen.
Der Hildesheimer Sport zeigt damit eindrucksvoll: Gemeinschaft, Bewegung und Ehrenamt sind nach wie vor eine starke Kombination.
Tim Jäckel Kreissportbund
Engagement im Bereich Flucht und Migration
Bekanntermaßen ist die zivile Hilfsbereitschaft immer dann besonders hoch, wenn es „Krisen“ gibt. In Hildesheim zeigte sich dies mit den beiden jüngsten starken Fluchtbewegungen:
2015/2016 wurde die Gesellschaft mit der Einreise von über einer Million Schutzsuchenden vor große Herausforderungen gestellt. Die meisten Schutzsuchenden kamen damals aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Diese ‚Flüchtlingskrise‘ löste eine große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft aus. Viele Ehrenamtliche meldeten sich bei den Wohlfahrtsverbänden und bei Kirchengemeinden und boten praktische Unterstützung an. In Hildesheim entstand die Flüchtlingsinitiative Flux.
Im Februar 2022 begann der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und Menschen aus der Ukraine suchten Zuflucht in Deutschland. In Stadt und Landkreis Hildesheim war auch hier wieder eine große Hilfsbereitschaft die Folge: Sach- und Geldspenden, zur Verfügung Stellung von Wohnraum, Organisation von Hilfstransporten in die Ukraine, Übersetzungsdienste, Begleitungen und vieles mehr.
Mit viel ehrenamtlicher Unterstützung wurde ein Begegnungsort für geflüchtete Menschen aus der Ukraine in der Arnekengalerie eingerichtet. Seitdem entwickelte sich dieser Ort stetig weiter und ist als transkulturelles Begegnungs- und Kompetenzzentrum Hi. punkt inzwischen für alle Menschen mit Migrationsgeschichte offen.
Die Datenlage, wie viele Menschen sich mit welchem Zeiteinsatz und über welchen Zeitraum in Hildesheim engagieren, ist begrenzt, es gibt nur wenige quantitativen Angaben. Es zeigt sich jedoch, dass dieses Engagementfeld sehr dynamisch ist. Es gibt zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die sich über viele Jahre hinweg engagieren. Andere -z.B. Studierende- engagieren sich über kürzere Zeiträume oder in Projekten. Inzwischen nimmt die Zahl der Ehrenamtlichen, die selbst eine Migrationsgeschichte haben, zu. Alle eint, dass sie vielfältige Anstrengungen unternommen haben und unternehmen, um Zugewanderten zu helfen und ihr Ankommen in Deutschland und Hildesheim zu erleichtern.
Die Stadt Hildesheim unterstützt Ehrenamtliche in ihrer Arbeit durch einen mit der Uni Hildesheim zusammen erstellten Wegweiser in der Flüchtlingshilfe, einer Auslagen- und Fahrtkostenerstattung sowie Fachveranstaltungen, die gemeinsam mit dem Arbeitskreis Koordination Ehrenamt Flucht & Migration angeboten werden.
Hilfreiche Adressen, den Wegweiser für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe und Ansprechpartner/-innen finden Sie auf der Homepage der Stadt Hildesheim unter ‚Hildesheim hilft‘.
Meike Biskup, Stabsstelle Migration und Inklusion
Diakonisch-soziales Engagement
Ein Ehrenamt im diakonisch-sozialen Bereich stiftet Sinn, schafft und gestaltet Gemeinschaft. Es fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirkt der zunehmenden Vereinzelung und Vereinsamung von Menschen entgegen. Hier können neue soziale Kontakte geknüpft und Selbstwirksamkeit im konkreten Helfen erlebt werden.
Egal ob in Gruppenangeboten der örtlichen Kirchengemeinde, in der Hildesheimer Bahnhofsmission, dem Sprachcafe und der Integrationshilfe des Diakonischen Werks, der Hilfe beim Sichten und Sortieren von Post und wichtigen Papieren, überall unterstützen engagierte Ehrenamtliche soziale Projekte, die für ein gutes gesellschaftliches Zusammenleben so wichtig sind.
Begleitet und fachlich unterstützt werden die Ehrenamtlichen dabei von Hauptamtlichen Mitarbeitenden. Selbstverständlich sind die Ehrenamtlichen auch während ihrer freiwilligen Tätigkeit beim jeweiligen Anstellungsträger versichert.
Das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles im unmittelbaren Umfeld zu tun, macht glücklich und bereichert den persönlichen Alltag.
Susanne Bräuer, Bahnhofsmission
Ehrenamtliche Tätigkeit für Seniorinnen und Senioren
Engagement, das bereichert – für sich selbst und andere
Seniorinnen und Senioren haben viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Dabei profitieren nicht nur die Menschen, die Unterstützung erhalten – auch die Engagierten selbst erleben eine persönliche Bereicherung.
Ältere Menschen bringen oft viel Erfahrung, Wissen und soziale Kompetenz mit, die in vielen Bereichen sehr gefragt sind.
Ein Ehrenamt kann helfen, soziale Kontakte zu pflegen, das Wohlbefinden zu steigern und neue Sinnstiftung im Alltag zu erleben.
Laut Statistiken engagieren sich ältere Menschen häufiger und oft auch langfristiger als jüngere Altersgruppen.
Wo können sich Seniorinnen und Senioren engagieren?
Besuchs- und Begleitdienste
Zum Beispiel in Altenheimen, Seniorentreffs oder im Rahmen von Nachbarschaftshilfen:
- Gesellschaft leisten, vorlesen, spazieren gehen
- Begleitung zu Veranstaltungen oder Arztbesuchen
Einfach beim Senioren – und Pflegestützpunkt nachfragen, bei den Bonus Hildesheim, MIA Bockenem oder dem Komm Nordstemmen oder örtlichen Pflegeheimen.
Bildung
Seniorinnen und Senioren können ihre Lebenserfahrung und Kompetenzen weitergeben:
- Als Lesepatin oder Lesepate, Hausaufgabenhilfe oder „Leih-Oma/-Opa“
- Als Mentor oder Ansprechpartner für Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Ausbildung
Kultur, Umwelt & Tierschutz
Für kulturell oder ökologisch Interessierte bieten sich vielfältige Möglichkeiten:
- Mitarbeit in Museen, Bibliotheken, bei Stadtführungen oder Kulturprojekten
- Engagement im Natur‑ oder Tierschutz, z. B. in Gartenprojekten, Tierheimen oder bei Umweltaktionen
Für andere Seniorinnen und Senioren
Viele ältere Menschen engagieren sich auch direkt in der Seniorenarbeit:
- Mitarbeit in Seniorentreffs, Seniorenbüros oder Netzwerken für Ältere
- Unterstützung bei Themen wie Wohnen im Alter, Medienkompetenz oder Alltagsbegleitung, Besuchsdiensten.
Worauf sollte man bei der Wahl des Ehrenamts achten?
- Interessen & Fähigkeiten: Was macht Ihnen Freude? (z. B. draußen aktiv sein oder lieber organisatorisch tätig?)
- Zeit & Belastung: Wie viel Zeit möchten oder können Sie investieren?
- Gesundheit & Mobilität: Ist das Engagement gut erreichbar und körperlich passend?
- Rahmenbedingungen: Gute Organisationen bieten Schulung, Ansprechpartner und Versicherungsschutz.
- Sinnstiftung: Fragen Sie sich: „Was möchte ich bewirken?“ und „Was erhoffe ich mir davon?“
Helga Kassebohm, Senioren – und Pflegestützpunkt
Ehrenamt in der Kultur
Die Kultur in der Region Hildesheim ist geprägt durch lebendige Vielfalt mit z. T. ungewöhnlichen Ansätzen und durch großes bürgerschaftliches Engagement. Sowohl in den Kulturellen Leuchttürmen wie auch bei den vielen Glühwürmchen sind unwahrscheinlich viele Freiwillige beteiligt. So zeigt sich hier dass Kultur sehr breit gefasst wird. Kultur verbindet Individuum und Gesellschaft, fördert Zusammengehörigkeit, bietet Lebensqualität und Teilhabe, schafft Kommunikation und Toleranz, fördert Kreativität, Vielfalt und Bildung.
Und Kultur lebt durch Traditionen ebenso wie durch neue kreative Initiativen.
Ca. 100 Heimatpfleger*innen in der Heimat- und Kulturpflege aktiv.
Sie kümmern sich um Natur und Landschaft, Ortsgeschichte, Bau- und Kunstdenkmalpflege, Bodendenkmalpflege, Volkskunde, Schrifttum, Sprachpflege wie auch Kinder- und Jugendarbeit und die Integration von Hinzugezogenen. Die Kulturvereine sorgen z. T. für eine kulturelle Grundversorgung in den Orten und darüber hinaus. Dazu gehören u.a. der KulturBrunnen Algermissen, der KulturLaden Bockenem, die Kulturgemeinschaft Sarstedt, der Kulturverein Groß Düngen, die Kulturvereinigung Alfeld, der KulturKreis Gronau. Für temporäre Highlights sorgen der Lamspringer September, die Internationalen Fredener Musiktage und die Hildesheimer Wallungen, das Festival der Freien Kulturszene.
Auch die vielen Engagierten in den über 100 Musikvereine und über 100 Chöre tragen zu der Kulturellen Vielfalt bei. Sie gestalten ihre eigene Musikveranstaltungen, begleiten die Dorffeste, die Schützenumzüge und tragen zu örtlichen Miteinander bei.
Und was wären wir ohne die Engagierten in den über 170 Ortsfeuerwehren, die neben ihren orginären Tätigkeit u.a. für die Absperrungen bei Festen, die Sicherung der Laternenumzüge für die Gesellschaft sorgen.
Birgit Krauss, Kulturbüro Landkreis Hildesheim
Engagement im Bereich Selbsthilfe
Jeder Mensch kann sich in seinem Leben, oft unverhofft, Problemen ausgesetzt sehen, die allein nicht oder nur schwierig zu tragen oder zu lösen sind. Eine schwere oder chronische Erkrankung ,der Verlust eines geliebten Menschen, Arbeitslosigkeit, Scheidung, .. die Liste dessen, was im Leben passieren kann, ist lang. Oft stehen die Betroffenen vor völlig neuen Herausforderungen und Hürden, die allein schwer zu nehmen sind. Hier bietet der Zusammenschluss Gleichbetroffener in Selbsthilfegruppen die Möglichkeit, sich gemeinsam den neuen Anforderungen zu stellen. Im vertraulichen Erfahrungsaustausch im geschützten Rahmen der Gruppe mit Menschen, die das Gleiche durchleben, kann der/die Einzelne sich selbst stärken und anderen zur Seite stehen. Die Gruppe hilft, sich nicht zu isolieren, auf andere zuzugehen und aktiv zu werden. Wieder Freude am Leben und neue Perspektiven zu gewinnen. Die Teilnehmenden investieren Kraft und persönliche Kompetenzen in ihrem sozialen Engagement zum Wohle des Miteinanders.
Selbsthilfekontaktstellen sind kompetente Anlaufstellen für Menschen, die sich für Selbsthilfe interessieren und hier engagieren wollen. Sie vermitteln an bestehende Gruppen, unterstützen Neugründungen und bieten bestehenden Selbsthilfegruppen ein breites Beratungs- und Unterstützungsangebot. In Stadt und Landkreis Hildesheim arbeitet seit 1989 die Selbsthilfekontaktstelle KIBIS des Paritätischen Hildesheim-Alfeld. Zur Zeit bestehen 87 Selbsthilfegruppen zu 60 Themen aus dem gesundheitlichen und sozialen Bereich.
Marina Stoffregen, KIBIS