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06.02.2020

Sanierung des Ölschadens an der ehemaligen Georg-Sauerwein-Realschule ist abgeschlossen - Verunreinigung der Leine erfolgreich verhindert

Größerer Schadensumfang führt zu höherem Zeitaufwand und Kosten von 3,8 Millionen Euro

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Im Januar vergangenen Jahres sorgte im Keller der ehemaligen Georg-Sauerwein- Realschule (Gronau) ein geplatztes Ausdehnungsgefäß der Ölförderanlage für die Heizung für einen beträchtlichen Ölschaden. Nach der umgehenden Hinzuziehung eines Gutachters sowie der Abwägung unterschiedlicher Lösungsansätze entschied der Landkreis, das Gebäude abzureißen und das verunreinigte Erdreich zu entfernen. In welchem Umfang der Boden kontaminiert war, sollte durch Probebohrungen festgestellt werden. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen und das Ergebnis steht fest: Entgegen der ersten Schätzung ist mit etwa 7.000 Litern eine deutlich größere Menge Öl ausgelaufen, was in der Konsequenz zu einem umfangreicheren Bodenaustausch führte. Die gute Nachricht: Mit den Sanierungsmaßnahmen wurde erfolgreich verhindert, dass die nur 20 Meter entfernte Leine durch Öl verunreinigt wurde.

 

Umfang der Arbeiten & Beteiligte

Zwischen November 2019 und Januar 2020 wurden insgesamt etwa 575 Bohrungen durchgeführt. Die ursprüngliche Planung hatte zirka 300 Bohrungen vorgesehen. Mit Abschluss der Bohrungen sind 5.000 Kubikmeter Boden ausgetauscht worden. Das Sanierungsziel für die Schadstoffe in Boden und Grundwasser wurde vom Umweltamt des Landkreises vorgegeben. Die Sanierung wurde fortlaufend von einem beauftragten Gutachter fachlich begleitet. Während der Bohrungen wurden in regelmäßigen Abständen Beprobungen durchgeführt. Selbstverständlich war auch das Umweltamt des Landkreises eng in die Sanierung eingebunden und jederzeit über den Stand vor Ort informiert.

In einer Stellungnahme hat der Gutachter festgelegt, welche Restkontamination unbedenklich im Boden verbleiben kann. Das Umweltamt schließt sich dieser Bewertung an. Damit konnte die Sanierungsmaßnahme nun abgeschlossen werden.

 

 

Dauer der Maßnahme

Die Bohrungen haben deutlich länger gedauert als zunächst geplant. Warum? Anhand seiner laufenden Analysen hat der Gutachter festgestellt, dass deutlich mehr als die ursprünglich geschätzte Menge von 2.000 Litern Öl ausgelaufen sein muss. Inzwischen hat sich gezeigt, dass von etwa 7.000 Litern Öl auszugehen ist.

Darüber hinaus wurden im Zuge der Bodenanalysen auch zwei weitere, deutlich ältere Ölschäden im Bereich der Öltanks sowie an einer ehemaligen Abwassergrube entdeckt. Diese wurden vermutlich vor vielen Jahren durch ausgelaufenes Öl im Bereich der Tanks verursacht. Das Öl hat sich teilweise über die Kiesbettung einer Abwasserleitung in Richtung der Grube verteilt. Diese alten Schäden waren nicht bekannt. Der Umfang der Altschäden macht zirka 15 Prozent des gesamten Öleintrags im Boden aus.

 

Hinzu kommt, dass die Starkregen-Ereignisse im Laufe des Jahres 2019 für eine zusätzliche Ausbreitung des Öls gesorgt haben. Seit der Schadenserkundung im Februar und März 2019 hatte sich das Öl etwa weitere fünf Meter in Richtung Leine ausgebreitet.

Damit war eine Ausweitung des Sanierungsbereichs zwingend geboten, was zur längeren Dauer der Arbeiten geführt hat.

 

Kosten der Ölschadensanierung

Der Umfang der Sanierungsmaßnahmen wurde aus wirtschaftlichen Gründen auf das rechtlich zulässige Minimum, das für die Abwendung von Umweltschäden notwendig war, beschränkt. Dennoch sind – bedingt durch den erforderlichen größeren Umfang - deutlich erhöhte Aufwendungen entstanden: Insgesamt belaufen sich die Kosten für Gebäuderückbau, Bodenaustausch und Entsorgung auf 3,8 Millionen Euro. Bereits im Dezember 2019 hatte der Kreistag außerplanmäßige Aufwendungen in Höhe von 2,2 Millionen Euro bewilligt. Für die Kostendifferenz müssen nun noch weitere außerplanmäßige Aufwendungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro im Haushalt zur Verfügung gestellt werden.

Eine Versicherung gegen den Schaden besteht nicht, sie wurde seinerzeit vom Landkreis aus Kostengründen nicht abgeschlossen.

 

Wurde die Heizungsanlage ordnungsgemäß betrieben und gewartet?

Noch am 8. November 2018 wurde eine Sachverständigenprüfung an der Heizöllageranlage durchgeführt, bei der keine Mängel festgestellt wurden. Die letzte jährliche Brenner- und Kesselwartung erfolgte im März 2018, auch hier gab es keine Beanstandungen. Die Funktion der Ölförderanlage wurde bei beiden Prüfungen miteinbezogen. Es bestanden also keine Anhaltspunkte für ein besonderes Schadensrisiko, das eine häufigere Präsenz vor Ort zur Überwachung der Heizungsanlage gerechtfertigt hätte.

Mit einem Defekt der Ölförderanlage und dem daraus resultierenden Bersten des Ausgleichsbehälters war nicht zu rechnen.

 

Konsequenzen aus dem Schadensfall

Aufgrund des Ereignisses in Gronau wird der Landkreis Hildesheim vorbeugend noch in diesem Jahr den Austausch bestehender Ölheizungen in seinen Liegenschaften auf den Weg bringen. Dies betrifft das Gymnasium Alfeld, die Oberschule in Ottbergen sowie die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) in Groß Düngen. Umgestellt wird auf Gasheizungen.

 

Wie geht es in Gronau weiter?

Für das Gelände der ehemaligen Georg-Sauerwein-Realschule gibt es bereits einen Kaufinteressenten. Zur Erörterung der veränderten Bedingungen wird der Landkreis ein Gespräch mit dem potenziellen Käufer führen.