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27.05.2019

Lerntherapie trifft Schule - LeFiS startet erfolgreich ins nächste Jahr

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Lesen, Schreiben und Rechnen sind in der Grundschulzeit mitunter die wichtigsten Fähigkeiten, die Kindern vermittelt werden. Was aber, wenn Kinder diese Fähigkeiten trotz guter Intelligenz nicht ausbilden können? In diesem Fall spricht man von einer Teilleistungsstörung. Dazu zählen u.a. die Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie) und Rechenschwäche (Dyskalkulie). Oft bleibt diese Störung jedoch unerkannt. Eltern und Lehrer vermuten zunächst, dass die Kinder nicht genug lernen würden oder nicht schlau genug sind, was keinesfalls zutreffend ist. Legasthenie zeigt sich u.a. darin, dass Betroffene viele Fehler beim Lesen und Schreiben machen und sogar Wörter im selben Text einmal richtig und einmal falsch schreiben. Bei einer Dyskalkulie fehlt den Kindern u.a. das Verständnis für Mengen und Grundrechenarten. Diese Schwierigkeiten können nicht durch reines Wiederholen behoben werden. Betroffene Kinder benötigen hierfür alternative Zugangswege, die ihnen z.B. in einer Lerntherapie vermittelt werden. Nicht behandelte Teilleistungsstörungen frustrieren Betroffene und führen zu ständigen Misserfolgserlebnissen. In ungünstigen Fällen können sich weitreichende psychische Auffälligkeiten entwickeln, beginnend mit Fingernägel kauen, nicht schlafen können bis hin zu Schulverweigerung.

Deshalb hat der Landkreis Hildesheim in Kooperation mit der Stiftung Universität Hildesheim bereits im Jahr 2011 das Programm „Lernförderung in Schulen – LeFiS“ zunächst als Projekt und seit 2014 als festes Angebot installiert. Nach einer Testung werden alle Schülerinnen und Schüler zu Beginn des 3. Schuljahres individuell nach ihrem Leistungsstand in Rechtschreibung in Kleingruppen eingeteilt. Dort erhalten sie je nach Bedarf eine individuelle Förderung durch Lehrkräfte bzw. die Gruppe der rechtschreibschwächeren Kinder durch spezielle Lerntherapeuten. Nach 60 Doppelstunden werden die Kinder erneut getestet. Diese abschließenden Tests zum Ende des 4. Schuljahres haben ergeben, dass fast alle Kinder von dieser Förderung profitiert haben.

Seit 2018 wurde dieses besondere Angebot, welches es nur im Landkreis Hildesheim gibt, auch auf Kinder mit Rechenschwäche ausgeweitet. Vor der Förderung durch die Lerntherapeuten wird das Computer-Programm Dybuster vorgeschaltet, mit dem die Kinder gezielt Schwächen in der Rechtschreibung und im Rechnen verbessern können. Die Besonderheit an LeFiS ist, dass die Überprüfung und Förderung innerhalb der Schulzeit stattfindet. Damit wird der Stigmatisierung betroffener Kinder und der Bildung eines negativen schulischen Selbstkonzepts vorgebeugt. Die Kosten für die Lerntherapeuten werden hälftig vom Landkreis getragen, die andere Hälfte wird von den Schulen selbst übernommen. Wobei das Computer-Programm den Schulen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Aktuell wird LeFiS an sieben Schulen im gesamten Kreisgebiet angeboten. Interessierte Schulen, die auch teilnehmen wollen, können sich jetzt noch für das Schuljahr 2019/20 anmelden. Die Psychologin Dr. Marion Stein steht für Fragen von interessierten Lehrkräften und Elternvertretern gern zur Verfügung unter Tel.05121 309-1151 oder
per E-Mail: marion.stein@landkreishildesheim.de.