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(LKHi 11-4-022) Frau M. ist 70 Jahre alt und pflegt ihren 3 Jahre älteren Mann, der nach einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt. Sie fühlt sich mit der Pflege oft überfordert. Es fällt ihr aber schwer, Hilfe von außen anzunehmen. Zudem ist die Zwei-Zimmer-Mietwohnung im 1. Stock nicht barrierefrei, die Badewanne kann Herr M. schon lange nicht mehr nutzen. Frau M. überlegt, ob ein Umzug in ein Heim besser wäre. Eigentlich möchte sie mit Ihrem Mann aber gern in der Wohnung und der gewohnten Umgebung bleiben. In solchen Fällen stehen künftig im Landkreis Hildesheim 29 ehrenamtliche Wohnberaterinnen und Wohnberater hilfreich zur Seite.
   „Angesichts des zunehmenden Anteils der älteren Menschen in unserer Bevölkerung ist die Einrichtung geeigneter Beratungs- und Hilfsangebote sehr wichtig“, erklärt Manuel Stender, der beim Landkreis Hildesheim für die Strukturplanung der Seniorenarbeit zuständig ist. Das Wohnen im Alter muss daher gesellschaftsfähig gemacht und positiv dargestellt werden. Schließlich haben wir fast alle den Wunsch, auch bei nachlassenden Kräften so lange wie möglich ein eigenständiges und selbst bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen.

Landrat gratuliert zum Schulungsabschluss
   Frau Hodler vom Niedersachsenbüro Neues Wohnen im Alter führte in Kooperation mit dem Seniorenservicebüro für Stadt und Landkreis Hildesheim eine 6 tägige Grundlagenschulung für ehrenamtliche Wohnberater durch. Am 21. Juni besuchte Landrat Reiner Wegner den letzten Schulungstag im Kreishaus. Er zeigte sich sehr beeindruckt von der hohen Teilnehmerzahl und dem spürbaren Engagement. Er wünschte allen für diese wichtige ehrenamtliche Tätigkeit viel Erfolg.
   Die Teilnehmer waren ebenfalls sehr zufrieden mit dem Schulungsverlauf. Sie zeigten sich überrascht über die Möglichkeiten, wie eine Wohnung mit teilweise geringem Aufwand altersgerecht umgestaltet werden kann. Sie können nun über die Finanzierung einer Wohnrauanpassung sowie über alternative neue Wohnformen beraten. Alle sehen Wohnungen oder das Wohnumfeld aus einem anderen Blickwinkel und freuen sich auf Ihre neue Aufgabe als Berater und Lotse zum Thema Wohnen im Alter. Allen ist aber bewusst, dass es Hemmschwellen zu überwinden gilt und zur Sensibilisierung der Bevölkerung eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit besonders wichtig ist.
   Die Einsätze und Projekte der ehrenamtlichen Wohnberaterinnen und Wohnberater werden künftig von Ulrich Geßler vom Seniorenservicebüro koordiniert und begleitet. Er ist hauptamtlich (zertifizierter) Wohnberater und wird künftig durch Antje Rose vom Pflegestützpunkt für Stadt und Landkreis Hildesheim unterstützt, die zurzeit ebenfalls zur hauptamtlichen Wohnberaterin ausgebildet wird. Zudem erfolgt eine Vernetzung mit den Kommunen und Nachbarschaftshilfen im Landkreis Hildesheim. Am 27. Juni werden die ehrenamtlichen Wohnberaterinnen und Wohnberater im Kreishaus im Rahmen einem Kooperationstreffen zum „Wohnen im Alter“ der Öffentlichkeit vorgestellt.   Für die Vermittlung und weitere Auskünfte steht Ulrich Geßler, Seniorenservicebüro für Stadt und Landkreis Hildesheim, Telefon 05121/ 309-1591 und 1592 oder per E-Mail unter gessler@vhs-hildesheim.de zur Verfügung.