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Geflügelpest 16.11.2016


Geflügelpest

Aufstallungspflicht im Landkreis Hildesheim

Nachdem sich die Lage hinsichtlich der positiv auf den hochpathogenen Geflügelpestvirus getesteten Wildvögeln in den umgebenden Landkreisen verschärft hat, wurde auch für den gesamten Landkreis Hildesheim die Aufstallung von Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) bis zum 31.05.2021 angeordnet. In den umliegenden Landkreisen, Celle, Schaumburg, Stadt und Region Hannover wurden im Monat März Wildgänse, Greifvögel und Reiher, die mit dem hochpathogenen Geflügelpestvirus infiziert waren, festgestellt. Daher ist das Risiko, dass sich frei gehaltenes Geflügel auch im Landkreis Hildesheim über infizierte Wildvögel mit der Geflügelpest infiziert, hoch. Dieses Risiko soll durch die Aufstallung minimiert werden.

Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine hochansteckende und sich schnell verbreitende Viruskrankheit des Geflügels, die neben Tierverlusten hohe wirtschaftliche Einbußen der betroffenen Betriebe und der Geflügelwirtschaft einer ganzen Region durch Handelsrestriktionen verursacht. Für den Menschen gilt die Variante H5 bisher als wenig gefährlich. Tote Vögel sollten trotzdem nicht mit bloßen Händen angefasst werden und die Hände sollten gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden, falls es doch zu einem Kontakt gekommen ist.

Das Geflügel ist in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung),zu halten. Die Biosicherheitsmaßnahmen sind zu beachten. So ist insbesondere vor Betreten des Stalles stalleigene Kleidung anzuziehen und das Schuhwerk zu wechseln oder zu desinfizieren.

Allgemeinverfügung: 2. Allgemeinverfügung Aufstallungspflicht

Allgemeine Informationen

In Deutschland sind seit Ende Oktober mehrere Fälle eines Eintrags der hochpathogenen aviären Influenza des Subtyps H5 bei Wildvögeln nahezu zeitgleich an der Nord- und Ostseeküste aufgetreten. Am 4.11.2020 kam es auf der Hallig Oland erstmals zu einem Ausbruch in einer kleinen Geflügelhaltung. Zuletzt wurden auch in Bayern und Berlin positive Fälle bei Wildvögeln nachgewiesen. Vor dem Hintergrund des hoch-dynamischen Geschehens wird das Risiko weiterer Einträge nach Deutschland vom Friedrich-Loeffler-Institut als hoch eingestuft. Die Ausbreitung der Geflügelpestviren in Wasservogelpopulationen in Deutschland und weiterer Einträge in deutsche Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird ebenfalls als hoch eingeschätzt.

Die Krankheit ist hoch ansteckend. Deshalb ist es wichtig, alle Geflügelbestände, auch kleine Haltungen, vor einer Infektion zu schützen. Zur Einhaltung der Grundregeln der Biosicherheit sind alle Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet.

Um einen Eintrag des Erregers in die Hausgeflügelbestände zu verhindern, sind die dargestellten Biosicherheitsmaßnahmen durch die Geflügelhalter die wirkungsvollste Maßnahme. Jeder Geflügelhalter muss sich seiner Verantwortung bewusst sein und die rechtlich vorgegebenen Maßnahmen einhalten.

Folgende Biosicherheitsmaßnahmen werden dringend empfohlen:

• Schützen Sie Ihr Geflügel vor Kontakt mit Wildvögeln.

 Die größte Gefahr geht von einem direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Wildvögeln aus. Halten Sie Ihr Geflügel daher so, dass Wildvögel keinen Zugang haben.

• Trennen Sie strikt zwischen Straßen- und Stallkleidung.

Lassen Sie die Schuhe, die Sie im Stall tragen, im Stall. Betreten Sie den Stall nicht mit Schuhen, die Sie draußen getragen haben; an der Sohle könnte Kot oder Material von infizierten Vögeln haften. Tragen Sie Schutzkleidung, die nur im Stall getragen wird.

• Waschen Sie vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Auslaufs/ Stalls die Hände mit Wasser und Seife. 

• Bewahren Sie Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung kommen können, für Wildvögel unzugänglich auf. Entsorgen Sie Futter oder Einstreu, wenn die Gefahr einer Verunreinigung mit Vogelkot besteht. Mit Vogelkot kontaminierte Gegenstände sind zu reinigen und zu desinfizieren.

• Füttern Sie das Geflügel im Stall und tränken Sie es mit Leitungswasser (nicht mit Regenwasser oder sonstigem Oberflächenwasser).

• Verfüttern Sie keine Geflügelteile und keine Eierschalen von gekauften Eiern. 

• Sichern Sie die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren. Halten Sie betriebsfremde Personen (Kinder, Besucher, Eierkunden usw.) und Haustiere (z. B. Hunde, Katzen) von den Ställen fern.

• Duschen Sie, bevor Sie andere Geflügelhalter besuchen.

• Reinigen und desinfizieren Sie Gerätschaften und Fahrzeuge nach jeder Ein- oder Ausstallung von Geflügel und nach jedem Geflügeltransport.

• Führen Sie regelmäßig eine Schadnagerbekämpfung durch.

• Beachten Sie auch die Empfehlungen, wie Sie bei Stallpflicht für Abwechslung der Tiere sorgen können, damit den Tieren unnötiger Stress erspart bleibt.

• Informieren Sie unverzüglich den Tierarzt, wenn Sie bei Ihren Tieren ungewöhnlich hohe Verluste (wenn innerhalb von 24 Stunden drei oder mehr Tiere bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren sterben) feststellen. Dies gilt auch, wenn Sie neurologische Symptome (z. B. Apathie, Kopfdrehen, Gleichgewichtsstörungen) oder einen starken Rückgang der Legeleistung oder der Gewichtszunahme beobachten.

Bitte beachten Sie auch folgende Hinweise:

Wer Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel halten will, hat dies beim Veterinäramt anzuzeigen.

Den Registrierungsantrag für Tierhalter finden Sie hier.

 

Stand: 29.03.2021

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserer Aufgabe Vogelgrippe.

Aktuelle Informationen zur Tierseuchenlage können auch im Internet unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de eingesehen werden.