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(LKHi 17-2-16) Für Deutschland besteht die Gefahr des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit bei Schafen und Rindern. Die Blauzungenkrankheit hat zwar Deutschland derzeit noch nicht erreicht, ist aber in Nachbarländern wie Frankreich und Italien schon vielfach aufgetaucht, so dass eine Ausdehnung der Krankheit auf Deutschland zu befürchten ist. Neben dem Leiden der Tiere durch die Erkrankung stellen erhebliche Handelsbeschränkungen eine wirtschaftliche Folge dar.

Die Blauzungenkrankheit (BT) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche der Wiederkäuer, die durch Viren verursacht und über Mücken übertragen wird. Die klinischen Symptome bei Rindern sind Entzündungen der Zitzenhaut und Schleimhäute im Bereich der Augenlider, Maulhöhle und Genitalien. Zudem treten Ablösungen von Schleimhäuten im Bereich der Zunge und des Mauls auf.

Schafe zeigen ca. 7-8 Tage nach der Infektion die ersten Anzeichen einer akuten Erkrankung mit erhöhter Körpertemperatur. Bald nach dem Anstieg der Körpertemperatur schwellen die geröteten Maulschleimhäute an. Es kommt zu vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Die Zunge schwillt an und wird blau und kann aus dem Maul hängen. Bei beiden Tierarten rötet sich an den Klauen der Kronsaum und schmerzt. Die Tiere können lahmen, und bei tragenden Tieren kann die Krankheit zum Abort führen.

Derzeit finden zwei voneinander unabhängige Seuchenzüge in benachbarten EU-Staaten statt. Die Gefahr der Einschleppung der BT-Virus-Serotypen 4 und 8 während der bevorstehenden Mückensaison aus dem Süden und Südwesten Europas ist hoch. Nach dem schweren Seuchenzug von 2006 bis 2009 ist Deutschland derzeit noch frei von Blauzungenkrankheit.

Die Impfung stellt die einzige Möglichkeit dar, Rinder und kleine Wiederkäuer wirkungsvoll gegen eine BT-Infektion zu schützen und ermöglicht den Handel mit Tieren im Seuchenfall. Zugelassene Impfstoffe sind verfügbar, die Impfung ist freiwillig. Ein Eintrag der Krankheit nach Deutschland hätte großflächige Restriktionszonen mit entsprechenden Handelshemmnissen zur Folge. Die Verbringung empfänglicher Tiere aus der um jeden Ausbruch mit einem Radius von mindestens 150 Kilometer einzurichtenden Sperrzone (Sperrgebiet und Beobachtungsgebiet) ist dann nur unter Auflagen (Impfung und/oder Untersuchung) erlaubt. Auf Grund dieser großen Radien werden die Gebiete möglicherweise sehr schnell bis nach Niedersachsen reichen. Auch ohne Ausbruch in Niedersachsen wären hiesige Tierhaltungen dann direkt von Restriktionen betroffen.

Für Rückfragen steht Frau Dr. Redeker vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz unter Tel. 05121-309 1251 oder per E-Mail: Christina.Redeker@landkreishildesheim.de zur Verfügung.