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Was beschäftigt die Menschen in der Region? Landkreis Hildesheim beteiligt in Zukunftskonferenz Bürger aktiv am Regionalen Entwicklungskonzept 25.11.2019


Mobilität, Kultur und bessere Informationen gehören zu Schwerpunktthemen

Logo Landkreis Hildesheim
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Mitreden, wenn es um die Zukunftsgestaltung des eigenen Lebensumfeldes geht – das konnten am vergangenen Samstag (23.11.) etwa 100 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Hildesheim. Die aktive Einbindung von Einwohnern ist ein zentraler Baustein im Regionalen Entwicklungskonzept, mit dem sich der Landkreis seit Anfang dieses Jahres beschäftigt. Zur so genannten Zukunftskonferenz hatte der Landkreis auf Basis einer Zufallsstichprobe eine repräsentative Gruppe aus allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden eingeladen. Das Experiment der direkten Beteiligung ist geglückt: Die Teilnehmenden waren begeistert von dem Format und diskutierten mit hohem Engagement. Zugleich kristallisierten sich Topthemen heraus, die auf der Verwaltungsseite nicht ganz so weit oben auf der Agenda standen.

 

In zehn Arbeitsgruppen, einem offenen Marktplatz und an zahlreichen Themenstationen ging es in der Volkshochschule um die wichtigen Themen im Landkreis aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger. Einen Überblick zu Trends und Herausforderungen in Stadt und Land gab Prof. Dr. Ulrich Harteisen von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), der einige Daten und Fakten zum Landkreis lieferte, bevor er Aufgaben für die Zukunft aus der Wissenschaft benannte. Die Moderation lag beim Büro KoRiS aus Hannover, das das Regionale Entwicklungskonzept im Auftrag des Landkreises erarbeitet.

 

Schon in der Einstiegsphase schälten sich erste Schwerpunkte heraus: Mobilität landete weit vorne und auch Themen wie ärztliche Versorgung, Wohnen, Bildungsangebote oder Umwelt- und Klimaschutz brannten vielen der Teilnehmenden auf den Nägeln. Großes Gewicht wurde auch der Kultur als zentralen Standortfaktor und Indikator für Lebensqualität beigemessen. „Es hat uns durchaus überrascht, dass dieses Thema den Menschen so wichtig ist. So wurde beispielsweise auch ein Kulturatlas gewünscht“, erklärt Erste Kreisrätin Evelin Wißmann, die für das Regionale Entwicklungskonzept verantwortlich zeichnet. Besonders aufhorchen ließ aber die Äußerung, dass sich die Menschen über grundlegende Themen, die der Landkreis bearbeitet, nicht ausreichend informiert fühlen – trotz der Nutzung zahlreicher Kommunikationskanäle von Presse bis Social Media. „Hochwasserschutz, ÖPNV und auch das Regionale Entwicklungskonzept wurden hier genannt. Die Menschen möchten wissen, wie der Stand der Dinge und die weitere Planung sind“, so Wißmann. Doch genau diese konstruktive Kritik ist erwünscht. Sie hilft, Defizite abzubauen und die Bedarfe der Einwohner besser wahrzunehmen. Eine insgesamt gute Erkenntnis nimmt Wißmann aus der Zukunftskonferenz aber mit: „Die Menschen leben gerne hier.“

Und auch ihre Bilanz zu dem neuen Format der Bürgerbeteiligung ist positiv. „Wir waren sehr gespannt, wie dieses Experiment klappt und wir freuen uns sehr, dass tatsächlich alle Städte und Gemeinden, alle Altersgruppen und verschiedene Nationalitäten hier vertreten waren. Ich bin wirklich beeindruckt, wie intensiv hier diskutiert wurde und wie die unterschiedlichen Sichtweisen ausgetauscht wurden, um gemeinsame Schwerpunkte herauszuarbeiten – das ist sehr hilfreich für unsere weitere Arbeit. Allen Beteiligten kann ich nur ausdrücklich danken, dass sie diesen Samstag investiert haben.“

 

Die Ergebnisse der Zukunftskonferenz fließen nun in das Regionale Entwicklungskonzept ein. Im kommenden Frühjahr soll das Konzept vorliegen und öffentlich vorgestellt werden. „Hierzu laden wir alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftskonferenz jetzt schon herzlich ein“, so Evelin Wißmann abschließend.

 

Was ist das Regionale Entwicklungskonzept?

Das Regionale Entwicklungskonzept (REK) für den Landkreis Hildesheim soll als übergreifende strategische Grundlage für die Kreisentwicklung dienen. Anlass für das REK sind unterschiedliche Entwicklungen in den Teilräumen und verschiedene thematische Konzepte im Landkreis, die zunehmend eine Klammer erfordern. Das REK soll die verschiedenen Handlungsfelder verbinden und Aktivitäten aufeinander abstimmen. Es ist ein informelles Planungsinstrument und damit nicht rechtsverbindlich, soll jedoch durch die kooperative Erarbeitung und Beschlüsse der kommunalen Gremien Selbstbindung erreichen.

2019_REK Zukunftskonferenz_1
2019_REK Zukunftskonferenz_1

Diskussion in der VhS: Bei der Zukunftskonferenz brachten ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ihre Gedanken und Forderungen für das Regionale Entwicklungskonzept ein. (Foto: KoRiS GbR)