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(lps) Bei zwei tot aufgefundenen Amseln im Landkreis Hildesheim (in Algermissen und Nordstemmen) wurde das Usutu-Virus nachgewiesen. Insgesamt wurden bislang vier tote Amseln vom Veterinäramt zum Veterinärinstitut nach Hannover eingesandt, damit sie dort auf das Usutu- Virus untersucht werden können. Somit scheint das Usutu-Virus auch im Landkreis Hildesheim unter den Wildvögeln zu grassieren.

Das Usutu-Virus (USUV) hat seinen Ursprung in Afrika (benannt nach einem Fluss in Swasiland) und wird von Stechmücken übertragen. Hauptwirte für das Virus sind Wildvögel, die in der Regel nicht erkranken. Es sind daneben aber auch sehr empfängliche Vogelspezies bekannt, wie z.B. Amseln, Eulen und Kauze, die sich sehr leicht infizieren. Klinisch zeigen diese infizierten Vögel Apathien und Störungen des zentralen Nervensystems wie taumeln oder Kopf verdrehen. Es kann zum Massenvogelsterben führen. Für Mitteleuropa gibt es bisher fünf gut dokumentierte USUV-Ausbrüche (Österreich 2001-2003, Ungarn 2005-2006, Schweiz 2006-2009, Italien 2006-2008, Deutschland ab 2011), die zu regional und zeitlich begrenzten Vogelsterben führten, vorrangig bei wildlebenden Singvögeln und in Gefangenschaft gehaltenen Eulen. Mittlerweile kann das Virus auch bei strengen Wintern in Stechmücken überleben und hat sich dauerhaft in Mitteleuropa etabliert.

In Deutschland sind bisher keine klinischen USUV-Erkrankungen beim Menschen bekannt, auch nicht bei immunsupprimierten Patienten. Usutu-Viren sind weder anzeige- noch meldepflichtig. Es gelten allgemeine Schutzmaßnahmen gegen Insektenstiche, wie z.B. geeignete Kleidung, Repellents und Insektennetze.

Tote Vögel können zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg gesandt werden. Weitere Iormatinen finden Sie unter https://www.bnitm.de/aktuelles/faq-zum-usutu-virus/ .

Obwohl das Virus nur über blutsaugende Insekten übertragen wird, sollten tote Vögel nur mit Handschuhen angefasst und in einer Plastiktüte verpackt werden, bevor sie der Untersuchung zugeleitet werden.

Weitere Informationen:

https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/usutu-virus/

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/krankheiten/usutu.html

 

Ansprechpartner im Amt 203 - Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz

Dr. Christina Redeker, 05121 309-111; christina.redeker@landkreishildesheim.de