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(LK 11-4-018) Draußen an der frischen Luft fühlt sich Sascha bei jedem Wetter wohl. Er liebt es die Sonnenstrahlen auf seiner Haut zu spüren. Genauso erfreut es ihn, wenn kalter Regen auf sein Gesicht tropft. Er mag es, direkt angesprochen zu werden. Sascha ist geistig behindert. Keine einfache Betreuung, aber seine Betreuerin ist sich sicher: „Sascha liegt mir schwer am Herzen.“
   Martina Büscher ist seine rechtliche Betreuerin, die an ihre eigenen Grenzen stößt und merkt, dass sie Sascha nicht die Zeit geben kann, welche sie sich für einen persönlichen Kontakt für ihn wünscht, unabhängig von den rechtlichen Aufgaben. Da ihr Sascha doch ans Herz gewachsen ist, möchte sie die Betreuung nicht einfach abgeben, ohne eine Nachfolgerin benennen zu können. Aber das ist nicht so einfach.
   Sascha ist infolge eines frühkindlichen Hirntraumas mehrfach schwerstbehindert. Aufgrund seiner geistigen Behinderung, einer spastischen Lähmung der vier Gliedmaßen, sowie der auftretenden Krampfanfällen sitzt er zu seinem eigenen Schutz fixiert im Rollstuhl. Obwohl Sascha nicht spricht, kommuniziert er über alternative Wege. Nach den vielen Jahren rechtlicher Betreuung ist Martina Büscher stets davon fasziniert, mit Sascha über seine alleinige Mimik und Gestik in Kontakt zu treten. „Trotz seiner Schwerstbehinderung ist es auch ohne professionelle Ausbildung möglich, direkt an Sascha wahrzunehmen, ob er sich gerade ärgert oder über etwas freut.“ Weiterhin nutzt der junge Mann unter Hilfestellung durch Dritte einen Sprachtaster zur Kommunikation.
   Sascha arbeitet zwar nicht in der Werkstadt, dafür wird er seit seinem Schulabgang 2007 mit Hilfe von Ergotherapeuten und Heilpädagogen in der Tagesförderung besser in die Tagesstrukturen mit eingebunden. Ein spezielles elektrisches Gerät, ein „Powerlink“, ermöglicht ihm bestimmte elektronische Geräte ein- und auszuschalten, zum Beispiel eine Kaffeemaschine. Insbesondere in solchen Situation sprüht Sascha vor lauter Enthusiasmus. Er empfindet es als angenehm, wenn sich andere Menschen in seiner Umgebung befinden, da er seine Mitmenschen gerne beobachtet und ihre Nähe genießt.
   Sascha wohnt beinahe sein ganzes Leben lang im Haus Amalie-Sieveking der Diakonie Himmelsthür in Sorsum. Beide Elternteile waren alkoholabhängig. Saschas Angehörige nahmen kaum Kontakt zu ihm auf. Saschas Vater, der sich nie um ihn kümmerte, ist vor drei Jahren gestorben und Sascha soll jetzt die Beerdigungskosten übernehmen. Im Moment verhandelt Martina Büscher mit verschiedenen Kommunen über Kosten in Höhe von über 2000 Euro. Wenn ihr Antrag beim zuständigen Sozialhilfeträger abgelehnt wird, muss Sascha mit seinem gesamten Sparvermögen die Kosten für seinen Vater auf sich nehmen. Im Monat erhält er ein Taschengeld in Höhe von ca. 96 Euro. „Dies ist einfach nur ungerecht, bei dem wenigen Geld, was Sascha hat“, findet Martina Büscher. Sascha stand nur mit einem Familienmitglied im regelmäßigen Kontakt, mit seiner Großmutter. Nun ist sie jedoch selber pflegebedürftig geworden und kann ihn nicht mehr besuchen, was Martina Büscher traurig stimmt. „Die Situation ist wirklich bedauerlich, zumal Sascha seine Oma am Telefon immer erkennt“. Leider werden die Abstände zwischen den Telefonaten immer größer.
Diese persönlichen Kontakte mit Menschen außerhalb seiner Einrichtung fehlen Sascha. Aus diesem Grund sollte ein rechtlicher Betreuer im regelmäßigen Kontakt mit dem betreuten Menschen stehen. „Deswegen ist es umso wichtiger, dass Sascha eine Betreuung findet, die von außen kommt und nur für ihn da ist, mit ihm spazieren geht oder einen kleinen Ausflug unternimmt“, meint Büscher, die seit sechs Jahren die rechtliche Betreuerin von dem 25 Jahre jungen Sascha ist. Damals wurde sie von den Machmits des Landkreises Hildesheim angesprochen, ob sie sich vorstellen könnte eine Betreuung zu übernehmen. Diese Entscheidung bereut sie bis heute nicht. „Die Betreuung hat mich erfüllt. Ich habe viel über Menschen mit Behinderungen sowie über das Betreuungsrecht gelernt, da ich eigentlich aus einem anderen Bereich komme.“
   Bei einer rechtlichen Betreuung wird ein Mensch unterstützt, der aufgrund einer psychischen Krankheit, körperlich, geistigen oder seelischen Behinderung seine persönlichen Angelegenheiten nicht mehr eigenständig regeln kann. Dazu gehören unter anderem Geld- und Behördenangelegenheiten, Gesundheitssorge oder Aufenthaltsbestimmungen. Dies bedeutet in der Praxis, dass z.B. die Krankenkasse Unterlagen des Betreuten an die rechtliche Betreuung schickt, die von ihr auszufüllen sind. Solche Angelegenheiten kann Sascha aufgrund seiner Diagnose nicht selbst erledigen.
   „Da die Betreuung mit der rechtlichen Vertretung gekoppelt ist, ist eine Verbindlichkeit sehr wichtig“, so seine Betreuerin. Da Sascha bisher gute Beziehungen zu Frauen aufbauen konnte, wäre eine Frau mit Herz das, wo Martina Büscher mit gutem Gefühl die Betreuung übergeben könnte.
Vier Stunden im Monat …
   Ein neuer Betreuer oder eine Betreuerin sollte bereit sein, die rechtliche Betreuung für Sascha zu übernehmen sowie einen persönlichen Kontakt (ca. 4 Stunden im Monat) zu gewährleisten. Bei Interesse, würden die Machmits dann  einen persönlichen Kontakt zur bisherigen Betreuerin und zu Sascha herstellen.
   Betreuerin erhalten eine jährliche Aufwandspauschale von 323 Euro und sind  versichert. Bei Rückfragen haben alle Betreuer einen persönlichen Ansprechpartner und die Möglichkeit, sich bei Machmitstreffen über neueste Informationen auf dem Laufenden zu halten. In  Einführungstagen, werden neue Betreuer zudem auf Ihre Tätigkeit vorbereitet.
Betreuer werden immer gesucht
   Für weitere betreute Menschen, aber auch andere Engagementfelder suchen die Machmits ehrenamtliche Unterstützer. Nähere Informationen finden Sie auf der Website www.die-machmits.de
Bei Interesse an der Übernahme einer  Betreuung, steht Barbara Benthin vom Landkreis Hildesheim, Tel. 05121/309-4261, Email Barbara.Benthin@LandkreisHildesheim.de gern zur Verfügung.