Dorfladen Lühnde

Ehrenamtlich und erfolgreich – Ohne Dorf kein Laden

Bei einer Ideenwerkstatt im Dorf 2023 kam der Wunsch auf eine regionale Versorgungsstruktur vor Ort zu haben. Diesen Wunsch hatten dann noch mehrere Lühnder*innen und so fand sich eine Gruppe, die sich der Realisierung annahm. 2024 gab es für den Start Gelder der Leaderförderung, die ehemalige Volksbank wurde gemietet und die Umbauphase, auch ehrenamtlich organisiert und durchgeführt, begann und brachte auch so manchen an der Rand der Erschöpfung, aber es gab auch einen großen Zusammenhalt und den Wunsch es zu schaffen.

Im April 2025 war dann die Eröffnung, des Ladens. Ein Jahr später blickt das Team voller Stolz auf ihren gut gehenden Dorfladen, der 6 Tage (von 7.00 – 11.00 Uhr und Mi, Fr, So 14.00 – 18.00 Uhr) geöffnet hat und in dem es nicht nur auch regionale Waren zu kaufen gibt, sondern in dem man auch Kaffee trinken kann, Kuchen essen, frühstücken und Geburtstag feiern. Und weil es so auch ein Cafe ist mit 16 Plätzen, darf auch Sonntag die Tür geöffnet werden. Bald soll es dann auch selbst gebackenen Kuchen geben, denn eine Küche gehört auch mit zum Laden, wie auch ein kleiner Lagerraum. Seit Juli ist auch die Außenterrasse geöffnet mit 20 Sitzplätzen, ein neues Highlight.

Wer Mitglied ist (es sind derzeit 286) und einen Beitrag von 5,00 Euro im Monat investiert, der kann auch 24 Stunden einkaufen gehen und selbst scannen.

Mittlerweile sind die Skeptiker sehr in die Minderheit geraten und das Dorf nutzt die Angebote. Der Kindergarten kommt vorbei, damit die Kinder das Einkaufen üben können, eine ehemalige Kegelgruppe trifft sich regelmäßig zum Frühstück, eine alte Dame kann den Einkauf wieder ohne Unterstützung ihrer Kinder bewältigen, ein älterer Herr kommt täglich auf dem Weg vom Freidhof zum Capuccino vorbei und man kommt auch immer mal wieder ins Gespräch und sieht Menschen. Und manchmal gibt es auch eine besondere Veranstaltung wie den Irishday mit Dudelsackbegleitung.

20 Lühnder*innen ist durch ihr ehrenamtliches Engagement, das alles zu verdanken. Sie sind im Bautrupp oder im Vorstand oder im Laden vor-, nach und während der Öffnungszeiten oder in allem. Die jüngste Ehrenamtlich ist 17 Jahre und der älteste Ehrenamtliche 71 Jahre. Ein bunt gemischter Haufen, etwas mehr Frauen als Männer. Der Vorstand bevorzugt einen partizipativen Umgangsstil, der alle mitnimmt. Jede und jeder hat eine Stimme und kann eigene Ideen verwirklichen. So macht es Spaß und motiviert sich einzubringen. Und Fehler sind akzeptiert, denn jeder kann sich mal an der Kasse vertippen oder was auch immer. Alle sind engagiert, learning by doing ist die Devise.

 Die Schichten kann sich jede und jeder selbst und flexibel aussuchen, ob 2 oder 4 Stunden, ob vormittags oder nachmittags. Niemand muss ich für Wochen oder Monate festlegen. Das klappt seit einem Jahr gut. Der Laden konnte immer geöffnet werden. Auch das positive Feedback im Dorf ist motivierend und die neuen Bekanntschaften, das Miteinander und Gemeinschaftliche.

Einmal in 3 Monaten gibt es ein Ehrenamtstreffen, dazwischen treffen sich unterschiedliche Arbeitsgruppen nach Absprache und der Rest läuft über whatss app und Zettelchen.

Hilfreich ist auch die IT-Fernsteuerung der Kasse, so kann manche Arbeit auch von Zuhause erledigt werden oder ein Problem behoben, wenn es auftaucht.

Wir sind für alle offen und der Wunsch wäre auf 30 Ehrenamtliche anzuwachsen, um auch noch weitere Idee umsetzen zu können, sagt die Vorsitzende. Einfach vorbeischauen und vielleicht springt der Funke über sich einzubringen.

Oder einfach im Sommer eine Fahrradtour planen und einen Stopp im Dorfladen einlegen und ihn so unterstützen. 

Website des Dorfladens

Barbara Benthin