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Geflügelpest

Aufstallungspflicht im Landkreis Hildesheim zum 01.05.2021 aufgehoben

Mit der Allgemeinverfügung vom 26.03.2021 wurde im Landkreis Hildesheim die Aufstallung des Geflügels für das gesamte Gebiet des Landkreises Hildesheim angeordnet.

Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine hochansteckende und sich schnell verbreitende Viruskrankheit des Geflügels, die neben Tierverlusten hohe wirtschaftliche Einbußen der betroffenen Betriebe und der Geflügelwirtschaft einer ganzen Region durch Handelsrestriktionen verursacht.

Seit November 2020 hatte sich das Geflügelpestgeschehen in der Wildvogelpopulation in Norddeutschland und auch in Niedersachsen ausgeweitet. Das Risiko weiterer Einträge in deutsche Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wurde in der Risikoeinschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts vom 22.02.2021 ebenfalls als hoch eingeschätzt. Nach positiven Befunden hochpathogener Geflügelpestviren bei Wildvögeln in den anliegenden Landkreisen wurde die Aufstallungspflicht im Landkreis Hildesheim angeordnet.

Das Friedrich-Löffler-Institut hat am 26.04.2021 eine aktuelle "Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV H5 in Deutschland" veröffentlicht, wonach das Risiko der Ausbreitung des hochpathogenen aviären Influenza-Virus vom Subtyp H5 in der Wasservogelpopulation und des Eintrags in Geflügelhaltungen und Vogelbestände nunmehr als mäßig eingestuft wird. Die Fälle von hochpathogener Geflügelpest bei Wildvögeln nehmen ab. Im Monat April sind in den Hausgeflügelbeständen in Niedersachsen keine neuen Fälle aufgetreten.

Das Interesse an der tierschutzgerechten Haltung von Geflügel im Freien überwiegt in der derzeitigen Seuchenlage gegenüber dem Risiko einer Infektion des Geflügels mit dem hochpathogenen Geflügelpestvirus. Daher wurde die Aufstallungsanordnung zum 01.05.2021 aufgehoben.

Allgemeinverfügung: 3. Allgemeinverfügung Aufhebung Aufstallungspflicht

                                  2. Allgemeinverfügung Aufstallungspflicht

Allgemeine Informationen

In Deutschland waren seit Ende Oktober 2020 mehrere Fälle eines Eintrags der hochpathogenen aviären Influenza des Subtyps H5 bei Wildvögeln nahezu zeitgleich an der Nord- und Ostseeküste aufgetreten. Die Ausbreitung der Geflügelpestviren in Wasservogelpopulationen in Deutschland und weiterer Einträge in deutsche Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wurde vom Friedrich-Löffler-Institut als hoch eingeschätzt. Inzwischen ist es zu einem Rückgang der Infektionen bei den Wildvöglen, wie auch in den Hausgeflügelbeständen gekommen, so dass das Risiko einer Infektion von Geflügelpest durch das Friedlich-Löffler-Institut als mäßig eingeschätzt wird.

Die Krankheit ist hoch ansteckend. Deshalb ist es wichtig, alle Geflügelbestände, auch kleine Haltungen, vor einer Infektion zu schützen. Zur Einhaltung der Grundregeln der Biosicherheit sind alle Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet.

Um einen Eintrag des Erregers in die Hausgeflügelbestände zu verhindern, sind die dargestellten Biosicherheitsmaßnahmen durch die Geflügelhalter die wirkungsvollste Maßnahme. Jeder Geflügelhalter muss sich seiner Verantwortung bewusst sein und die rechtlich vorgegebenen Maßnahmen einhalten.

Folgende Biosicherheitsmaßnahmen werden dringend empfohlen:

• Schützen Sie Ihr Geflügel vor Kontakt mit Wildvögeln.

 Die größte Gefahr geht von einem direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Wildvögeln aus. Halten Sie Ihr Geflügel daher so, dass Wildvögel keinen Zugang haben.

• Trennen Sie strikt zwischen Straßen- und Stallkleidung.

Lassen Sie die Schuhe, die Sie im Stall tragen, im Stall. Betreten Sie den Stall nicht mit Schuhen, die Sie draußen getragen haben; an der Sohle könnte Kot oder Material von infizierten Vögeln haften. Tragen Sie Schutzkleidung, die nur im Stall getragen wird.

• Waschen Sie vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Auslaufs/ Stalls die Hände mit Wasser und Seife. 

• Bewahren Sie Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung kommen können, für Wildvögel unzugänglich auf. Entsorgen Sie Futter oder Einstreu, wenn die Gefahr einer Verunreinigung mit Vogelkot besteht. Mit Vogelkot kontaminierte Gegenstände sind zu reinigen und zu desinfizieren.

• Füttern Sie das Geflügel im Stall und tränken Sie es mit Leitungswasser (nicht mit Regenwasser oder sonstigem Oberflächenwasser).

• Verfüttern Sie keine Geflügelteile und keine Eierschalen von gekauften Eiern. 

• Sichern Sie die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren. Halten Sie betriebsfremde Personen (Kinder, Besucher, Eierkunden usw.) und Haustiere (z. B. Hunde, Katzen) von den Ställen fern.

• Duschen Sie, bevor Sie andere Geflügelhalter besuchen.

• Reinigen und desinfizieren Sie Gerätschaften und Fahrzeuge nach jeder Ein- oder Ausstallung von Geflügel und nach jedem Geflügeltransport.

• Führen Sie regelmäßig eine Schadnagerbekämpfung durch.

• Beachten Sie auch die Empfehlungen, wie Sie bei Stallpflicht für Abwechslung der Tiere sorgen können, damit den Tieren unnötiger Stress erspart bleibt.

• Informieren Sie unverzüglich den Tierarzt, wenn Sie bei Ihren Tieren ungewöhnlich hohe Verluste (wenn innerhalb von 24 Stunden drei oder mehr Tiere bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren sterben) feststellen. Dies gilt auch, wenn Sie neurologische Symptome (z. B. Apathie, Kopfdrehen, Gleichgewichtsstörungen) oder einen starken Rückgang der Legeleistung oder der Gewichtszunahme beobachten.

Bitte beachten Sie auch folgende Hinweise:

Wer Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel halten will, hat dies beim Veterinäramt anzuzeigen.

Den Registrierungsantrag für Tierhalter finden Sie hier.

 

Stand: 28.04.2021

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserer Aufgabe Vogelgrippe.

Aktuelle Informationen zur Tierseuchenlage können auch im Internet unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de eingesehen werden.

 

Autor: Amt 203