Dem Vergessen entgegenwirken

Unter einer Demenz wird der schrittweise Abbau und Verlust der geistigen Fähigkeiten verstanden. Betroffen sind unter anderem das Gedächtnis, der Orientierungssinn, die Sprache oder das Urteilsvermögen. Auch verändert sich die Persönlichkeit der betroffenen Person. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium sind die Betroffenen auf fremde Hilfe angewiesen. Die Demenz wird in unterschiedliche Formen unterteilt.

In Deutschland lebten im Jahr 2023 schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz, wobei mit steigendem Alter (ab 65 Jahren) das Erkrankungsrisiko deutlich zunimmt. Für die kommenden Jahre wird infolge der demografischen Veränderung ein deutlicher Anstieg der Betroffenenzahlen erwartet. Die häufigste demenzielle Erkrankung ist die Alzheimer-Demenz, die bis zu zwei Drittel aller Fälle ausmacht.  

Tipps zur Demenzvorsorge

Ein bedeutender Faktor für die Bildung einer Demenz ist unsere individuelle genetische Veranlagung. Diese können wir nicht beeinflussen. Allerdings zeigt die moderne Forschung auf, dass es darüber hinaus eine Reihe von Risikofaktoren für die Bildung einer Demenz gibt, auf die wir großen Einfluss nehmen können.

Die nachfolgenden Tipps können helfen, das Demenzrisiko zu verringern. Dabei gilt zu betonen: Die Demenzvorbeugung sollte sich nicht nur auf das höhere Alter beschränken. Bereits im mittleren Alter werden die Grundsteine für unsere Altersgesundheit gelegt:

  • Geistige Aktivität. Die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns kann durch anregende Tätigkeiten gefördert werden. Lesen, Musik bewusst hören oder machen, Spiele spielen oder rätseln trainiert unser Gehirn. Wichtig ist, dass der jeweiligen Tätigkeit mit Freude nachgegangen wird.
  • Neugierig bleiben. Auch im Alter lohnt es sich, noch eine Fremdsprache oder ein Instrument zu lernen. Das Lernen und Üben neuer Tätigkeiten hilft unserem Gehirn, fit zu bleiben.
  • Abwechslung im Alltag. Auch durch kleine Abwechslungen im Alltag kann unser Gehirn unterstützt werden. Z. B. indem man einen anderen Heimweg nimmt als üblich, neue Restaurants austestet oder die morgendliche Routine abändert. 
  • Bewegung. Sport und Bewegung wirken sich positiv auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns aus. Dabei ist es weniger wichtig, wie die Bewegung ausschaut, sondern dass sie regelmäßig ist. Bewegung in Gemeinschaft ist besonders anregend.
  • Ausgewogene Ernährung. Eine gesunde Ernährung fördert die Leistungsfähigkeit des Gehirns, während sie gleichzeitig anderen Risikofaktoren vorbeugt. Als besonders ausgewogen gilt die Mittelmeerküche, die aus viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und fettem Seefisch (Lachs, Makrele etc.) besteht. Rotes Fleisch sollte nur in geringen Mengen gegessen werden. 
  • Soziale Beziehungen. Unsere sozialen Kontakte helfen uns, geistig fit zu bleiben und uns wohlzufühlen. Auch können neue Bekanntschaften eine Bereicherung darstellen. Wichtig ist, dass der Fokus auf jenen Beziehungen liegt, die als positiv wahrgenommen werden.
  • Stress reduzieren. Lang andauernder Stress hat negative Effekte auf das Gehirn, die mit der Bildung einer Demenz in Verbindung stehen. Regelmäßige Ruhepausen stellen einen wichtigen Ausgleich zum stressigen Alltag dar. Ebenso ist es wichtig, durch ein beherztes „Nein-Sagen“ Grenzen aufzuzeigen.
  • Ausreichend schlafen. Erholsamer Schlaf ist wichtig für die allgemeine Gehirngesundheit.
  • Kopf schützen. Starke Erschütterungen können unser Gehirn verletzen. Daher sollte bei risikoreichen Tätigkeiten der Kopf ausreichend geschützt werden. So sollte beim Fahrradfahren stets ein Helm aufgesetzt werden.
  • Hörgeräte und Sehhilfen. Hör- und Sehverlust stellen ein Risiko für eine demenzielle Erkrankung dar. Hör- und Sehfähigkeit sollten daher regelmäßig professionell überprüft und ggf. durch ein Hörgerät bzw. eine Sehhilfe korrigiert werden.  
  • Krankheiten behandeln. Bluthochdruck, Diabetes und ein hoher Cholesterinspiegel erhöhen das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Früherkennungsuntersuchungen in der hausärztlichen Praxis sollten daher ab dem mittleren Alter regelmäßig durchgeführt werden.
  • Alkohol reduzieren. Ein übermäßiger Alkoholkonsum schadet unserem Gehirn. Bei regelmäßigem Alkoholkonsum hilft es, diesen schrittweise zu reduzieren.
  • Nicht rauchen. Rauchen erhöht das Risiko, an Demenz zu erkranken.

Stand April 2025 / Quellen: siehe Externe Links