Lästig und potenziell gefährlich: die Zecke
Wer im Grünen unterwegs ist, möchte die Zeit unbeschwert genießen. Ein Störfaktor dabei sind Zecken, genauer gesagt die gesundheitlichen Risiken, die mit einem Zeckenbiss verbunden sind. Dennoch ist nicht jeder Zeckenbiss automatisch gefährlich. Er stellt erst eine gesundheitliche Gefahr dar, wenn die entsprechende Zecke mit Krankheitserregern infiziert ist und sich für die Übertragung ausreichend lange an der Haut festsetzen kann. Wie lange es dauert, bis die Krankheitserreger von der Zecke auf den Menschen übergegangen sind, unterscheidet sich je nach Erregerart. Deutschlandweit werden ca. 50 verschiedene Krankheitserreger durch Zecken verbreitet, die bedeutsamsten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.
Als „Hauptzeckenzeit“ gilt ungefähr die Zeit von Februar bis Oktober, wobei auch in den kälteren Monaten Zecken aktiv sein können. Im Frühling und Herbst sind Zecken am regsamsten. Es gibt Hinweise darauf, dass durch den Klimawandel das zeckenbedingte Erkrankungsgeschehen in Zukunft zunehmen könnte.
Schutz vor Zeckenstichen
Folgende Tipps können dabei helfen, das gesundheitliche Risiko durch Zecken zu verringern:
- Zeckenhotspots meiden. Zecken sitzen vor allem im hohen Gras und im lichten Unterholz. Der Aufenthalt an solchen Stellen sollte möglichst gemieden werden.
- Geschlossene Kleidung. In Wäldern, Parks oder im heimischen Garten sollte möglichst geschlossene Kleidung getragen werden. Ein wirksamer Trick ist es, die Socken über die Hosenbeine zu ziehen. Ebenfalls ist festes Schuhwerk zu bevorzugen.
- Helle Kleidungswahl. Auf hellfarbiger Kleidung können Zecken leichter entdeckt werden.
- Repellents nutzen. Bei häufigem Aufenthalt in Parks, Wäldern etc. kann sich die Verwendung von Repellents (insektenabweisenden Mitteln) lohnen.
- Körper absuchen. Nach längerem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper ausgiebig nach Zecken abgesucht werden. Zecken bevorzugen geschützte Hautstellen, wie unter den Achseln, im Lendenbereich oder am Haaransatz.
- Haustiere absuchen. Zecken setzen sich auch gerne an Haustiere fest, weswegen Hunde oder Katzen regelmäßig nach Zecken abgesucht werden sollten.
- FSME-Impfung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist der Landkreis Hildesheim kein FSME-Risikogebiet. Dennoch besteht auch für unsere Region die Möglichkeit, dass ein Zeckenstich FSME verursachen kann.Daher kann bei Personen, die aus beruflichen Gründen viel in der Natur unterwegs sind, eine FSME-Impfung ratsam sein.
Entfernung von Zecken
Falls es dennoch zu einem Zeckenstich kommt, sollte für die Entfernung eine spitze Pinzette, eine Zeckenkarte oder -zange zur Hilfe genommen werden. Unabhängig des Hilfsgegenstandes sind folgende Hinweise zu beachten:
- Zecken möglichst binnen zwölf Stunden entfernen, um das Übertragungsrisiko für Borreliose zu minimieren.
- Zecken nicht mit „Hausmitteln“ wie Öl oder Alkohol beträufeln.
- Sitzt die Zecke an einer schwer zugänglichen Stelle, sollte eine weitere Person um Hilfe gebeten werden.
- Zeckenteile, die in der Haut verbleiben, stellen zumeist keine Gefahr dar. Diese werden normalerweise nach ein paar Tagen vom Körper ausgestoßen.
- Nach der Entfernung sollten die Einstichstelle und das genutzte Werkzeug gründlich desinfiziert werden.
- Die entfernte Zecke sollte mit einem Taschentuch zerdrückt und entsorgt werden.
- Die betroffene Hautstelle sollte noch ein bis zwei Wochen beobachtet werden. Bildet sich die anfängliche Rötung nicht zurück oder gibt es andere Auffälligkeiten, sollte ärztliches Personal aufgesucht werden. Gleiches gilt, falls sich ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Symptome bemerkbar machen.
- Idealerweise sollte das Datum des Zeckenstichs notiert werden.
Bei der Verwendung einer spitzen Pinzette oder einer Zeckenzange sollte die Zecke möglichst dicht an der Haut gefasst werden. Sollte eine Pinzette genutzt werden, sollte diese dafür in einem möglichst spitzen Winkel an die Zecke herangeführt werden. Während die Zecke gegriffen wird, darf der Hinterleib nicht gequetscht werden. Dann wird die Zecke senkrecht zur Haut vorsichtig und langsam herausgezogen. Das Herausziehen kann durch ein leichtes Hin- und Herdrehen bzw. vorsichtiges Rütteln erleichtert werden. Die Zecke darf nicht gedreht werden.
Bei Zuhilfenahme einer Zeckenkarte muss diese flach auf die Haut angelegt und an die Zecke herangeschoben werden. Dabei muss die Zecke seitlich in die Einkerbung der Karte geführt werden. Die Karte sollte in einer kontinuierlichen Bewegung ohne Unterbrechung weitergeführt werden. Durch den Zug wird die Zecke aus dem Körper entfernt.
Stand März 2025 / Quellen: siehe Externe Links