Zukunft im Dorf: Mit Dorfmoderation aktiv mitgestalten
Dorfmoderation ist weit mehr als ein neues Schlagwort – sie ist ein wirkungsvoller Ansatz, der ländliche Räume nachhaltig belebt und gestaltet. Ausgebildete Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren fördern den Dialog im Dorf, vernetzen Menschen, Vereine, Kirchen, Verwaltung und Initiativen und entwickeln gemeinsam Ideen, um aktuelle Herausforderungen zu bewältigen.
Dabei greifen sie auf ein bewährtes Instrument zurück: das Dorfanalyseschema. Es hilft, das Dorf aus drei Perspektiven zu betrachten: Wie war es früher? Wie lebt es heute? Und wie soll es in Zukunft aussehen? Diese strukturierte Betrachtung schafft Klarheit über Stärken, Schwächen und Entwicklungsmöglichkeiten – und bildet die Basis für konkrete Projekte: von neuen Begegnungsorten über lokale Initiativen wie Bücherschränke oder Carsharing-Angebote bis hin zu digitalen Austauschplattformen. Dorfmoderation schafft Raum für kreative Ideen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
Was dieses Konzept sp besonders macht, ist die Verbindung von sachlicher Analyse und emotionaler Identifikation. Denn es geht nicht nur um Strukturen und Zahlen, sondern um Menschen, Geschichten und Gemeinschaft. Dorfmoderation stärkt das Miteinander und den Stolz auf das eigene Dorf – und zeigt, wie aus Engagement gelebte Heimat entsteht.
Dorfmoderation im Landkreis Hildesheim
Im Landkreis Hildesheim wurden 2022 und 2025 zahlreiche Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren ausgebildet und zertifiziert. Weitere Ausbildungen sind möglich – Interessierte können sich dafür gerne beim Landkreis melden.
Die geschulten Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren engagieren sich in verschiedenen Orten, unter anderem in Bockenem, Deinsen, Everode, Garmissen-Garbolzum, Groß Düngen, Heinde, Lühnde, Machtsum, Ottbergen, Rössing, Sehlde, Söhre und Woltershausen. Sie bringen vielfältige Perspektiven in die Dorfmoderation ein – sei es als Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister, aktive Vereinsmitglieder, Kirchenmitglieder, engagierte Neubürgerinnen und Neubürger oder langjährige Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner.
Netzwerk Dorfmoderation und Nachbarschaftshilfe
In regelmäßigen Netzwerktreffen tauschen sich die Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren sowie Nachbarschaftshilfen aus und entwickeln gemeinsam neue Impulse für ihre Gemeinden. Beteiligt sind unter anderem Nachbarschaftshilfen aus Alfeld, Bockenem, Elze, Heinde, Hildesheim und Nordstemmen.
Begleitet werden die Treffen von der Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement (Barbara Benthin) und dem Kulturbüro (Birgit Krauss), die eng zusammenarbeiten. Beide Bereiche sehen im ländlichen Raum großes Potenzial für eine engagierte, kreative und demokratische Gemeinschaft, die ihre Zukunft selbst in die Hand nimmt.