Ansteckung vermeiden, Symptome lindern

Insbesondere in der kalten Jahreszeit haben sie Hochsaison: grippale Infekte, die zumeist als Erkältung bezeichnet werden. Unter dem Begriff des grippalen Infekts werden Infektionen der oberen Atemwege zusammengefasst, die durch eine Vielzahl verschiedener Viren ausgelöst werden können. Dabei sind diese Erreger nicht nur im Winter aktiv: Erwachsene durchleben durchschnittlich zwei bis vier Erkrankungsepisoden im Jahr; bei Kindern können es oftmals doppelt so viele sein. 

Grippale Infekte sind – in Abgrenzung zu einer „richtigen“ Grippe – recht harmlos. Dennoch gehen sie mit diversen unangenehmen Symptomen wie Husten, Niesen, Fieber, Hals- oder Kopfschmerzen einher. Kommt es zu einem grippalen Infekt, sind Privat- und Berufsleben deutlich belastet.

Tipps zur Vorbeugung

Grippale Infekte werden durch winzige, virenbelastete Tröpfchen übertragen. Diese werden durch erkrankte Menschen, die niesen oder husten, verbreitet. Die Viren können mehrere Stunden auf Oberflächen fortbestehen. Kommen sie mit den Schleimhäuten des Körpers in Kontakt - meist durch Hand-zu-Gesicht-Berührungen -, können sich gesunde Menschen anstecken.

Die Vorbeugung bei grippalen Infekten zielt darauf, den Kontakt zu virusbelasteten Flächen zu minimieren bzw. die empfindlichen Schleimhäute zu schützen. Ebenfalls schützt ein starkes Immunsystem vor der Infektion.

Die nachfolgenden Tipps können dabei helfen, einer Ansteckung entgegenzuwirken: 

  • Händehygiene. Durch häufiges und gründliches Händewaschen mit Seife lässt sich die Verbreitung von Krankheitserregern eindämmen. Auch kann das Mitführen von handlichen Desinfektionsmittelflaschen ratsam sein.
  • Handschuhe im ÖPNV. Bei häufiger Verwendung von öffentlichen Verkehrsmitteln kann in der kalten Jahreszeit das Tragen von Handschuhen sinnvoll sein. So wird direkter Hautkontakt zu potenziell virenbelasteten Haltegriffen vermieden.
  • Körperkontakte reduzieren. Während der kalten Monate sollte körperlicher Kontakt mit anderen Menschen, wie Händeschütteln oder Umarmungen, reduziert werden. Auch sollten größere Menschenmassen eher gemieden werden.
  • Regelmäßig lüften. Trotz niedriger Außentemperaturen sollten regelmäßig die Wohn- und Arbeitsräume gelüftet werden, in denen sich mehrere Menschen aufhalten. So wird die potenziell virenbelastete Luft ausgetauscht.
  • Nasenschleimhäute unterstützen. Andauernde Trockenheit der Nasenschleimhäute begünstigt grippale Infekte. Eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 bis 2 Litern täglich trägt zu einer ausreichenden Befeuchtung der Schleimhäute bei.Auch sollte trockene Luft durch zu starkes Heizen vermieden werden.
  • Gesichtsberührungen vermeiden. Durch die Berührung kontaminierter Flächen können Erreger erst auf Hände und von dort auf Mund oder Nase übertragen werden. Daher sollte möglichst vermieden werden, sich ins Gesicht zu fassen.
  • Ausreichend Schlaf. Erholsamer und ausreichender Schlaf stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte, die vor einem grippalen Infekt schützen. Erwachsene sollten in der Regel sieben bis acht Stunden schlafen, Kinder eher mehr.
  • Ausgewogene Ernährung. Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse trägt allgemein zur Stärkung des Immunsystems bei. Die regelmäßige Einnahme von Vitamin C in hoher Dosis senkt normalerweise nicht das Erkrankungsrisiko.
  • Regelmäßige Bewegung. Auch regelmäßige Bewegung und (Ausdauer-) Sport tragen zur Stärkung des Immunsystems bei. Im Falle einer Infektion sollte allerdings auf Sport verzichtet werden. 
  • Nicht rauchen. Rauchen schwächt das Immunsystem und schadet den Schleimhäuten. Auch sollten verrauchte Räume gemieden werden.
  • Andere schützen. Um andere vor einer Ansteckung zu schützen, sollte in ein Einwegtaschentuch oder in die Armbeuge geniest und gehustet werden, statt in die Handfläche. Benutzte Taschentücher sollten schnellstens entsorgt werden.

Tipps bei Infektion

Sollte es doch zu einer Ansteckung kommen, klingt der grippale Infekt meistens nach ein bis zwei Wochen von alleine ab. Die Einnahme von Medikamenten ist normalerweise nicht nötig. Allerdings können sie dabei helfen, einzelne Beschwerden abzuschwächen.

Folgende Präparate und Hausmittel können bei einem grippalen Infekt helfen:

  • Hustenstiller. Es gibt Hinweise darauf, dass entsprechende pflanzliche Präparate (auf Basis von Eukalyptus, Thymian etc.) eine leicht hustenstillende Wirkung entfalten können. Ähnliches wird Honig nachgesagt, der pur oder in Wasser verdünnt aufgenommen wird. Honig ist insbesondere bei Kindern ein wirksames Hausmittel.
  • Wasserdampf inhalieren. Das Inhalieren von Wasserdampf – mit oder ohne Zusätze wie Salz oder pflanzlichen Ölen – kann kurzfristig die Nasenschleimhäute beruhigen. Eine andauernde Verbesserung der Erkältungssymptome konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
  • Nasensprays/-tropfen. Nasensprays oder -tropfen können bei einer laufenden oder verstopften Nase helfen. Dabei sollte das Medikament nicht länger als eine Woche durchgehend angewendet werden.
  • Probiotika. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die die Darmflora unterstützen und somit das Immunsystem stärken. Probiotische Nahrungsergänzungsmittel können bei Erwachsenen und Kindern die Krankheitsdauer verringern.
  • Rezeptfreie Schmerzmittel. Gängige, rezeptfreie Schmerzmittel können auftretende Hals-, Kopf-, Ohren- oder Gliederschmerzen lindern. Ebenfalls können sie Fieber senken. Wichtige Informationen zur richtigen Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen. Kombinationsmedikamente, die gegen mehrere Symptome helfen sollen, sind eher zu vermeiden, da bei diesen mehr Nebenwirkungen auftreten können.

Stand April 2025 / Quellen: siehe Externe Links