Erziehungsberatung

Familienalltag ist nicht immer einfach und auch der Weg zum Erwachsenen birgt so manche Herausforderung. Bei Problemen und bei der Suche nach Lösungen kann die Erziehungsberatung eine hilfreiche Unterstützung sein. Unsere Beratung ist vertraulich, freiwillig, kostenfrei und auf Wunsch anonym. Gespräche sind in Präsenz, per Video oder telefonisch möglich.

Unser Angebot richtet sich an:

  • Familien, Eltern, Alleinerziehende und andere Erziehungsberechtigte
  • Kinder und Jugendliche (die auch ohne ihre Eltern zu uns kommen können)
  • Fachkräfte, die mit Kindern, Jugendlichen und Eltern zu tun haben

Wir beraten und unterstützen Sie als Eltern und andere Erziehungsberechtigte,

  • wenn Sie sich Gedanken über die richtige Erziehung für Ihr Kind machen
  • wenn Sie sich um das Befinden und Verhalten Ihrer Kinder/Jugendlichen sorgen
  • wenn sich anhaltende Schwierigkeiten im Kindergarten oder in der Schule zeigen
  • wenn es Konflikte in der Familie gibt und Sie das Zusammenleben innerhalb der Familie verbessern möchten
  • wenn Sie sich bei einer Trennung / Scheidung Sorgen machen wegen der Auswirkungen auf die Kinder
  • wenn Sie sich in Krisensituationen befinden

und Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen, die über persönliche Probleme und Belastungen

  • in der Familie,
  • mit sich selbst und anderen,
  • in der Schule / Ausbildung

sprechen möchten.

Neben den genannten Beratungsinhalten haben wir noch diese besonderen Angebote:

Beratung und Psychotherapie für geflüchtete Kinder, Jugendliche und Familien

Nach Erfahrungen von Krieg, traumatischen Ereignissen und Flucht leiden insbesondere Kinder und Jugendliche häufig unter den Folgen des Erlebten. Nicht selten entstehen als Reaktion starke psychische Belastungen, wie z.B. Posttraumatische Belastungsstörungen, Lern- und Konzentrationsstörungen, massive Ängste und Depressionen, oder auch Schlafstörungen. Diese Symptome können sich ohne entsprechende Unterstützung leicht verfestigen und zu weitreichenden Schwierigkeiten führen. In vielen Fällen ist das gesamte Familiensystem von den Belastungen betroffen und es ergeben sich hieraus besondere Herausforderungen.
Jugendliche Geflüchtete, die ohne ihre Eltern in Deutschland sind, stehen vor zusätzlichen Schwierigkeiten. Der Verlust von Familie führt häufig zu Gefühlen von schmerzhafter Einsamkeit, Trauer und Ängsten. Erfahrungen von traumatischer Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Krieg wirken lange nach und führen oftmals zu starkem emotionalem Stress, welcher das Bewältigen des Alltags, wie bspw. den Schulbesuch und das Lernen, deutlich erschwert.
Ziel unseres Angebots ist es, geflüchtete Kinder, Jugendliche und Familien dabei zu unterstützen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und sich so emotional stabilisieren zu können. Wir begleiten Sie auf dem Weg dabei, neuen Lebensmut zu schöpfen und Ressourcen wiederzuentdecken, um so am Leben teilhaben und eine Perspektive entwickeln zu können.   
Wir bieten unseren Klient*innen hierfür spezielle Beratung und Traumatherapie, bei Bedarf unter Einbezug qualifizierter Sprachmittler.

Beratung für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (0-3 Jahre)

Kinder brauchen einen liebevollen Blick, Zutrauen und die Zuversicht der Eltern in sie und ihre Fähigkeiten.

Sie als Eltern haben viele Kompetenzen, dennoch kann der Alltag mit einem Baby oder Kleinkind ganz schön herausfordernd sein und die Sorgen über die Kinder und deren Entwicklung nehmen überhand.

Mein Kind...

  • weint ganz viel und lässt sich schwer beruhigen … was kann ich tun?
  • will einfach nicht schlafen oder wacht oft nachts auf… ist das normal?
  • macht mir Sorgen beim Essen und Trinken… wird es auch satt?
  • lässt sich schwer wickeln… mache ich was falsch?
  • hatte einen schwierigen Start… was braucht es jetzt?
  • haut und beißt und schmeißt sich auf die Erde… will es mich ärgern?
  • ist sehr schüchtern und weint ganz schnell… geht das vorbei?
  • hängt sehr an mir… ist das sein Temperament?
  • lacht, brabbelt und spielt  wenig… entwickelt es sich gut?

Gemeinsam schauen wir uns an, was ihr Kind schon kann, wie sie es liebevoll in seiner Entwicklung unterstützen können und was Sie dafür brauchen.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – daher arbeiten wir manchmal mit kurzen Videoaufnahmen, die Sie und Ihr Kind in alltäglichen Spiel-, Wickel-, und Essenssituationen zeigen.

Durch die Beratung erlangen Sie wieder mehr Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten und stärken eine gesunde Beziehung und Bindung zu Ihrem Kind.

Bei akuten Fragen und Anliegen rund um ihren Säugling können Sie sich jeden Donnerstag zwischen 11:00  und 12:00 Uhr an uns wenden  - die direkte Durchwahl zur Babysprechstunde lautet (05121) 309 9322.

Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Familie

Das Erleben von Verlust, Tod und Sterben stellt Familien oft vor besondere Herausforderungen. Eltern sind unsicher, wie sie mit ihrem Kind über den Tod sprechen sollen und mit der Trauer des Kindes in dieser schwierigen Phase umgehen können.

Kinder trauern anders als Erwachsene. Ihre Trauer zeigt sich wechselhaft und in Wellen: in einem Moment tieftraurig, im nächsten vielleicht schon lachend im Spiel. Auch Wut und aggressives Verhalten können Ausdruck für ihre Gefühle von Trauer sein.
Häufig fällt es Kinder oder Jugendlichen leichter, sich einer außenstehenden Person gegenüber zu öffnen, da sie ihre Bezugspersonen nicht zusätzlich belasten wollen, da sich diese häufig ebenfalls im Trauerprozess befinden.

Eine professionelle Begleitung der Kinder in der Trauer ist nicht in jedem Fall notwendig, kann jedoch im Einzelfall eine hilfreiche Unterstützung für das Kind und die Angehörigen darstellen. Wir bieten einen geschützten Raum, in welchem belastende Gedanken und Gefühle Platz finden.

Maltherapie

Wenn alle Probleme einfach über Denken und Sprechen zu lösen wären, dann hätten wir keine! Dann braucht es etwas, das zu neuen, unerwarteten Lösungen führen kann.

Die Lösungsorientierte Maltherapie ist in jahrzehntelanger Arbeit mit Kindern und Erwachsenen von Bettina Egger und Jörg Merz entwickelt worden. Zugrunde liegt die Kenntnis, dass Belastungen und Anliegen wie Ängste, Beziehungsfragen, Entscheidungen, konkrete Fragestellungen gezielt über das Malen von Bildern zu klären sind und zur Entlastung und Lösung führen. Jede/r kann solche Bilder malen. Künstlerische Fähigkeiten sind keine Voraussetzung, sondern die Bereitschaft, sich auf diese strukturierte Form der Kurzzeittherapie einzulassen. Durch das langsame Malen von großen, einfachen Metaphern, wird im Gehirn Störendes durch störungsfreie Bilder ersetzt. Es geht darum, einen neuen, neutralen Eindruck im Gehirn zu erreichen.

Jede Maleinheit beginnt mit einem Gespräch, in dem das Anliegen besprochen und die Ziele klar formuliert werden. Danach erfolgt eine persönliche Einschätzung der Belastung in Bezug auf das zu bearbeitende Anliegen. In Verbindung mit dem Anliegen wird eine Bildaufgabe erarbeitet - eine Metapher oder ein erinnertes Bild. Diesem Bild folgen weiterführende Aufgaben, in die Erfahrungen, Erlebnisse und Träume mit einbezogen werden. Um die Wirkung zu kontrollieren, wird auch am Ende jeder Maleinheit erneut eine Einschätzung der Belastung erfragt, um nachvollziehbar die Wirkung zu erkennen.

Elternkurs Kinder im Blick (KIB)

Das Programm „Kinder im Blick“ wurde entwickelt, um Mütter und Väter nach der Trennung zu stärken, ihre Kinder in dieser oft schwierigen Situation hilfreich zu begleiten und ihnen den nötigen Halt zu geben. Es möchte aber auch die Eltern in ihren persönlichen Ressourcen und in ihrem eigenen Umgang mit den Anforderungen der Trennung stärken. Und nicht zuletzt möchte es dazu beitragen, den Eltern die Kooperation in der Elternrolle zu erleichtern und Konflikte zu entschärfen.

„Kinder im Blick“ ist ein Gruppenangebot für Eltern in Trennungssituationen und geht über die individuelle Beratung hinaus. Der Kurs zielt darauf ab, Wissen zu vermitteln, Kompetenzen zu erwerben und im Austausch mit der Gruppe diese einzuüben.

Im Austausch mit anderen Eltern in ähnlicher Situation können die Teilnehmenden erfahrungsgemäß in vielfältiger Hinsicht profitieren.

Da die Beziehung zu den Kindern im Vordergrund steht, richtet sich das Programm an Eltern, die die räumliche Trennung bereits vollzogen haben, entweder mit einem oder mehreren der Kinder zusammenleben oder regelmäßig Kontakt zu dem Kind oder den Kindern haben.

Das strukturierte Kursangebot umfasst sieben Einheiten:

  1. ICH-WIR-unser KIND in der Trennungssituation
  2. Meine Ziele für mein KIND
  3. Mein KIND und ICH – eine gute Beziehung pflegen
  4. Mein KIND und ICH – Wenn mein Kind unangenehme Gefühle hat
  5. WIR haben etwas gemeinsam – unser KIND
  6. ICH – WIR – unser KIND. Gegenwart und Zukunft
  7. Patchworkfamilien


Der Kurs wird in Hildesheim und Alfeld zu unterschiedlichen Zeiten angeboten und umfasst 7 Sitzungen á 3 Stunden in einer überschaubaren Gruppe ( maximal 8 Teilnehmer*innen). Er wird in zwei unterschiedlichen Gruppen zu verschiedenen Zeiten durchgeführt, so dass beide Elternteile am Kurs teilnehmen können.

Es wird ein Beitrag von 20 € für eine Elternmappe und einen Pausenimbiss  erhoben.

Der Kurs wurde in Kooperation von der LMU München und dem Familien-Notruf München konzipiert und erprobt und wird regelmäßig evaluiert.

Termine 2026:

Kinder im Blick-Kurs 1:
freitags von 09.00 bis 12.00 Uhr

(6 Treffen in Folge) ab 21.08. bis 25.09.2026 plus 06.11.2026 (Nachtreffen)

Kinder im Blick-Kurs 2 im Blockformat:
samstags
12.09.26 von 09:00 - 12:00 Uhr
26.09.26 von 09:00 - 15:00 Uhr
07.11.26 von 09:00 - 15:00 Uhr
21.11.26 von 09:00 - 15:00 Uhr


"Team Nicht Allein": Monatlicher Treff für Kinder getrennter Eltern 

Team Nicht Allein ist ein laufendes Angebot für Kinder (6–12 Jahre) und findet immer am letzten Montag im Monat von 15:30 bis 17:00 Uhr statt.

In der offenen Gruppe treffen sich Kinder, deren Eltern getrennt sind. Hier ist Raum zum Austausch, zum Reden und Spielen – und für alles, was Kinder gerade bewegt (nicht nur das Thema Trennung).

Anmeldung – so einfach geht’s

Wenn Ihr Kind teilnehmen möchte, schreiben Sie bitte eine kurze E-Mail an unser Sekretariat. Wir nehmen Sie dann in unseren E-Mailverteiler auf und schicken Ihnen die wichtigsten Infos zu.

Ressourcenstärkendes Training (9-11 Jahre)


Jedes Kind profitiert davon, wenn die eigenen Ressourcen entdeckt und gestärkt werden. Ein solches „ressourcenstärkendes Training“ für Kinder im Alter von neun bis elf Jahren mit sechs Terminen bietet die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern an. Die Kinder gehen gemeinsam mit einem Elternteil auf Entdeckungsreise, welche Ressourcen in ihnen stecken, wie sie diese nutzen und weiter stärken können.

Termine

Elternabende (dienstags): 14.4., 28.4., 12.5.2026; jeweils von 16 bis 18 Uhr
Elternteil mit Kind: 24.4., 8.5., 22.5.2026; jeweils von 15 bis 17 Uhr

Die Elternabende finden nur mit einem oder beiden Elternteilen statt. Es gibt zu diesen drei Themen einen theoretischen Input und einen Austausch:

  • Förderung von Selbstwertgefühl
  • Förderung von Emotionswahrnehmung und Emotionsregulation
  • Förderung von Kooperationsfähigkeit/sozialen Kompetenzen

In den Sitzungen mit einem Elternteil und dem Kind werden praktische Übungen zu den drei genannten Themen durchgeführt.

Das Ressourcenstärkende Training findet in den Räumen der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, Kaiserstraße 21, Hildesheim statt. Für eine Teilnahme ist eine verbindliche Anmeldung bis zum 28. Februar an erziehungsberatung@landkreishildesheim.de erforderlich.

Wo wir sonst noch beraten

Wir beraten jeweils 1x monatlich im sOfA in Algermissen, im BeRaum in Gronau und in der Diakoniestation in Bockenem.

Anmeldungen hierfür sind ebenfalls über das Sekretariat (05121) 309 9302 oder Erziehungsberatung@landkreishildesheim.de möglich.

Weiterhin bieten wir regelmäßige Sprechstunden an der Geschwister-Scholl-Schule, der RBG und der Oberschule Söhlde an – Anmeldungen hierfür erfolgen über die jeweiligen Schulsozialarbeiter*innen.

Jeden Dienstag gibt es eine offene Sprechstunde im Familienzentrum Alfeld in der Zeit von 10:00 - 11:30 Uhr.