Engagiert & talentiert - Renate Beer

„Irgendwie geht’s immer weiter.“

Schon lange wusste sie, dass sie sich nach dem Berufsleben ehrenamtlich engagieren möchte – allerdings ohne feste zeitliche Verpflichtungen, um Raum für Reisen ans Meer oder in die Berge sowie für Fahrradtouren mit ihrem Mann und Freunden zu behalten.

Wenn man Renate Beer begegnet, fällt sofort ihr herzliches Lachen auf, das ihr ganzes Gesicht erstrahlen lässt.

Geboren wurde sie 1956 in Lutter am Barenberge. Nach der Schulzeit absolvierte sie eine Ausbildung zur Kinderpflegerin und arbeitete mehrere Jahre in einem Kindererholungsheim auf Norderney. Bis heute verbindet sie eine enge Beziehung mit der Nordseeinsel, die sie regelmäßig besucht.

Im Dezember 1988 zog es sie nach Hildesheim. Nach ihrem Studium der Oecotrophologie trat sie dort ihre erste Stelle im damaligen Städtischen Krankenhaus an, wo sie Patientinnen und Patienten in Ernährungsfragen beriet und Menschen mit Diabetes mellitus engmaschig betreute. Später wurde daraus das Helios Klinikum, in dem sie bis zu ihrem Renteneintritt im April 2020 mit großer Freude und viel Leidenschaft tätig war. Die Arbeit mit Menschen war ihr immer besonders wichtig.

Schon lange wusste sie, dass sie sich nach dem Berufsleben ehrenamtlich engagieren möchte – allerdings ohne feste zeitliche Verpflichtungen, um Raum für Reisen ans Meer oder in die Berge sowie für Fahrradtouren mit ihrem Mann und Freunden zu behalten.

Mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 kam das öffentliche Leben weitgehend zum Stillstand. In dieser Zeit fragte Rainer Kröger, den sie bereits seit vielen Jahren kannte und der sich im Verein KulturLeben engagiert, ob sie sich eine ehrenamtliche Mitarbeit vorstellen könne. Er stellte ihr das Konzept des Vereins vor, der – bundesweit in vielen Städten vertreten – Menschen mit geringem Einkommen den kostenlosen Besuch von Kultur- und Sportveranstaltungen ermöglicht.

KulturLeben vermittelt freie Eintrittskarten für Theater, Konzerte, Lesungen, Sportveranstaltungen, Museumsbesuche und vieles mehr. Kulturgäste können sich registrieren lassen, wenn sie im Stadtgebiet oder Landkreis Hildesheim wohnen und über ein geringes Einkommen verfügen, etwa durch Bürgergeld, Grundsicherung, eine niedrige Rente oder BAföG. Die jeweiligen Kultur- und Sportpartner stellen freie Plätze zur Verfügung, die passgenau zu den Interessen der Gäste angeboten werden. Eine Begleitperson darf dabei gern mitgenommen werden.

Hier beginnt das ehrenamtliche Engagement von Renate Beer. Sie ist eine von sechs Engagierten im Verein, die die Kulturgäste immer persönlich anrufen, sobald passende Karten verfügbar sind. Inzwischen begleitet sie außerdem das monatliche Kaffeetrinken für die Kulturgäste, das über eine Projektförderung der BürgerStiftung Hildesheim ermöglicht wurde und sehr großen Anklang findet. Aktuell nehmen mehrere hundert aktive Kulturgäste regelmäßig an den Angeboten teil. Im Jahr 2025 konnten 2929 Karten an die Kulturgäste vermittelt werden.

Darüber hinaus organisiert Renate Beer Infostände des Vereins mit, entwickelt kreative kleine Standaktionen, um Menschen anzusprechen, und begeistert sie für das vielfältige Angebot von KulturLeben.

Neben all dem kümmert sie sich um die Pflege eines Rosenbeetes in der Mittelallee und singt mit Freude im Chor.

Helga Kassebom