Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. - Regionalgruppe Hildesheim

Engagierte setzen sich überparteilich für die Stärkung der Demokratie ein. Was ersteinmal abstrakt klingt, wird im Gespräch greifbar und erklärt, wie man dazu kommt, sich innerhalb unserer demokratischen Gesellschaft gerade hierfür zu engagieren.

Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. verbindet seit 1993 bundesweit historische Erinnerungsarbeit mit dem konkreten Einsatz für die Demokratie. Seit 2021 gibt es eine Regionalgruppe des Vereins auch in Hildesheim.

Was motiviert die Mitglieder, sich für die demokratische Grundordnung unseres Landes zu engagieren? Ulrich Dempwolf, Hildesheimer, besuchte die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen - ein ehemaliges Stasi-Gefängnis. Die Führung übernahm ein Zeitzeuge. Dieser verwies auf den Verein, der auf vielfältige Weise die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen ebenso wie mit dem Unrecht des SED-Regimes sowie die Sensibilität für die Gefahren heutiger Ausprägungen von politischem Extremismus fördert. Das hat ihn so angesprochen, dass er Mitglied wurde, um auch selbst in seinem Heimatort einen Beitrag zu leisten. Also nahm er Kontakt zu anderen Interessierten aus der Region auf.

Zurzeit hat die Hildesheimer Ortsgruppe 19 Mitglieder. Eine davon ist Dagmar Leopold, mittlerweile im Ruhestand. Für sie war das Eintreten für die freiheitlich demokratische Grundortung als Polizeibeamtin im Dienst bereits Verpflichtung. Die Polizei Niedersachsens arbeitet seit einigen Jahren in Kooperation mit dem Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie zusammen. Berührungspunkte mit dem Verein gab es also schon zuvor, seit zwei Jahren ist Dagmar Leopold dort auch aktives Mitglied.

“Persönlich nehmen wir beide ganz viel durch den Austausch mit, auch die Erfahrung, dass es Spaß macht, trotz unterschiedlicher Sichtweisen an diesem wichtigen Thema gemeinsam zu arbeiten“, meinen Dagmar Leopold und Ulrich Dempwolf. Demokratie geht uns alle an, von daher wünscht sich die Gruppe noch mehr Zusammenarbeit mit Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft. Konkret setzt der Verein in Hildesheim derzeit vor allem auf Projekte in Schulen. Es sollen auch weiterhin Demokratie-Workshops für Schüler*innen und Fortbildungen für Lehrkräfte mit externer Unterstützung stattfinden, die die politische Teilhabe und den konstruktiven Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten fördern. Auch über die VHS werden Veranstaltungen angeboten wie z.B. „Wi(e)dersprechen für die Demokratie“.

Am 17. März 2026 fand im Kreishaus eine spannende Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit der in der ehemaligen DDR aufgewachsenen Politikerin und Pastorin Christine Lieberknecht statt. Frau Lieberknecht, ehemals Ministerpräsidentin von Thüringen, ist auch eine der stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins.

Am 23. Mai 2026, dem Jahrestag des Grundgesetzes, wird es in der Hildesheimer Fußgängerzone einen Informationsstand des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie geben.

Wer neugierig geworden ist, kann am 23.Mai zwischen 10.00 und 15.00 Uhr in der Hildesheimer Fußgängerzone, Hoher Weg 32, einfach an den Stand kommen und einige Gruppenmitglieder kennenlernen.

Oder er/sie meldet sich einfach per E-Mail bei Christoph Bierschwale, dem Sprecherdes Vereins, unter christoph.bierschwale@gmx.de oder unter dagmarleopold09@gmail.com

Mehr über den Verein finden Sie unter https://gegen-vergessen.de/.

Hier sind auch digitale Angebote für alle am Thema Interessierten zu finden., https://gegen-vergessen.de/projekte-und-angebote/

Barbara Benthin