Talentiert & engagiert - Ellen Gerdes

Klima und Natur haben kein Parteibuch!

Seit Jahren engagiert sich Ellen Gerdes für Umwelt- und Naturschutz. Schon immer hat sie die Natur geliebt und die globale Umweltzerstörung mit großer Besorgnis verfolgt. Sie hat mit eigenen Augen gesehen, wie das Korallensterben begann, wie die veränderten Regenmuster die eh arme ländliche Bevölkerung auf dem gesamten afrikanischen Kontinent in tiefe Not stürzen, wie die Auswirkungen der Klimakrise zu Dürren, Überschwemmungen und Stürmen nie gekannten Ausmaßes führen.  Und irgendwann war für sie auch in Rössing das große Aussterben unübersehbar, wie die Landschaft immer ärmer und stiller wird, dass kaum noch Vogelgesang schallt, auf den Feldern keine Kiebitze mehr auffliegen und auch die Igel aus den Gärten verschwunden sind.

Seit 40 Jahren ist die studierte Bauingenierin (Wasser- und Abfallwirtschaft) in der Entwicklungszusammenarbeit als selbstständige Beraterin tätig und begleitet internationale Teams bei der Umsetzung von Projekten zu Wasserwirtschaft und Anpassung an die Klimakrise, u.a. in Pakistan, Syrien, Jemen, Sudan und Ghana. So wurde sie Zeugin der bereits gravierenden Folgen der klimatischen Veränderungen. Diese Erfahrung setzte den Impuls, sich ehrenamtlich bei der internationalen Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion (XR) zu engagieren und auf die Folgen der Erderhitzung und das aktuelle Massenaussterben der Arten aufmerksam zu machen. Seit 7 Jahren organisiert Ellen Gerdes Demonstrationen, Konferenzen und Vorträge im Bereich Klima- und Artenschutz.

Den Ausschlag gab die Erkenntnis, dass die Erderhitzung zu irreversiblen Schäden am gesamten Erdsystem führen kann und unsere Kinder und alle zukünftigen Generationen mit einem in weiten Teilen lebensfeindlichen Planeten zu kämpfen haben werden: „Die Klimakrise und das aktuelle Massenaussterben der Arten bedrohen meine Kinder und Enkelkinder. Ich möchte ihnen auch weiterhin in die Augen sehen und alles in meiner Macht Stehende tun, die multiple ökologische Krise aufzuhalten!“ U.a. bietet sie deshalb - für jede Gruppe, von Kirchen, Sportvereinen über Landfrauen und Schulen - einen laienverständlichen, immer aktualisierten Vortrag zum Thema „Kipppunkte im Klimasystem“ an, der auf Wissenschaftlichkeit von einem Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes überprüft und für richtig befunden wurde. (Verlinkung suche-biete)

Doch Vorträge allein reichen nicht. Die Zivilgesellschaft muss insgesamt gestärkt werden. Deshalb setzt sich die 67-jährige neben ihrem Engagement als Klimaaktivistin bei Extinction Rebellion Hildesheim für Klimaklagen-Partnerschaften bei der Deutschen Umwelthilfe ein, bei den Grünen in Nordstemmen oder ganz praktisch in der BUND-Arbeitsgruppe zu Naturgärten. Hier trägt sie dazu bei mittels Vorträge, Besuche im zertifizierten Schaugarten oder durch Stände und Saatgutverkauf bei den Pflanzenbörsen zu den vielfältigen Möglichkeiten für Artenschutz in unseren Gärten zu informieren. Und im Mai gibt es eine öffentliche Fahrradtour in die Gärten der Umgebung (siehe Termine- verlinkung). Aber auch die Kultur sollte nicht zu kurz kommen: 20 Jahre hat Ellen Gerdes mit größter Freude das Wheedbeat Festival in Rössing mitorganisiert.

Es ist mental nicht immer leicht, sich für Umwelt und Naturschutz einzusetzen: So manche Anfeindung muss weggesteckt werden, ein langer Atem wird gebraucht, auch wenn man sichtbar keine Veränderung erreicht, schon gar keine schnellen. „Aber es gilt immer noch, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten und auch unsere Demokratie. Das braucht heute mehr denn je viele Menschen, die sich einsetzten“, sagt sich Ellen Gerdes. In der Gemeinschaft Gleichgesinnter kann sie dafür immer wieder Kraft und Zuversicht schöpfen.

Für Ellen Gerdes ist das Leben ein kostbares Gut. Für das sie dankbar ist. Dankbar, dass sie auf diesem Planeten, an diesem Ort mit ihrer Familie sein darf. Ihr Wunsch ist es, dass mehr Menschen ihren gesunden Menschenverstand nutzen und sich beteiligen und für Demokratie und Naturschutz eintreten, für die Interessen der Menschlichkeit.

Im kleinen privaten Bereich, da träumt die Frau, die gerne Grünkohl aus ihrem Garten mit Bregenwurst verspeist, davon, dass auch ihr Garten ein zertifizierter Naturgarten wird, auch wenn die Hühner dann nicht mehr überall hindürfen.

Barbara Benthin

Im Newsletter «Rund ums Bürgerschaftliche Engagement in Stadt und Landkreishildesheim« finden Sie online weitere Geschichten und Information.