Talentiert & engagiert – Heike Sprengel
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Dies ist der Leitspruch der gebürtigen Saarländerin, die in Bettrum ihre Liebe gefunden hat und ihre Engagementfelder.
Einfach ausprobieren und anpacken. Verlass dich nicht nur auf die Meinung der Anderen, sondern vertraue deinem eigenem Gefühl, ist das Lebensmotto von Heike Sprengel.
Damals frisch in Bettrum, war ihr Leben zuerst von Berufstätigkeit und Kindern geprägt, später kam die Pflege von Angehörigen dazu. Ehrenamtliches Engagement war deswegen nur an wenigen Stellen möglich. Eine Sache lag ihr aber am Herzen, die Sie von ihrer Heimat kannte, der lebendige Adventskalender. Sie brachte die Idee ein und allen Unkenrufen zum Trotz, versuchte sie mit Traudel Ohlendorf vom Kirchenvorstand Bettrum die Umsetzung. Seit fast 25 Jahren gehört dieser nun in die Dorfgemeinschaft.
Diese Erfahrung gibt ihr auch heute noch den Mut, dass es sich lohnt Neues zu versuchen.
Sie ist seit mehr als 10 Jahren im Kirchenvorstand aktiv, kümmerte sich von Anfang an um Geflüchtete im Dorf und hat sich kurz vor der Rente zur Dorfmoderatorin ausbilden lassen, um Handwerkszeug und Ideen zu bekommen, wie sie das Leben im Dorf positiv mitgestalten und vielleicht auch positive Impulse geben kann. Für Sie sollen gemeinsame Projekte zum gemeinsamen Erfolg führen und zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls.
Ich erinnere mich noch gut, wie Sie vor einem Jahr bei der Frage in der Ausbildung zur Dorfmoderatorin auf die Frage antwortete, was Sie gerne im Dorf voranbringen möchte:“ Ich möchte die Frauengemeinschaft stärken.“
Heute, ein Jahr später, gibt es „Wir Frauen in Bettrum“. Bei dem ersten Treffen im Herbst kamen gleich 40 Frauen aller Altersstufen zusammen, das sind mehr als 10% der Einwohnerinnen.
Der Anstoß zur Gründung dieser Gruppe war ein zufälliges Gespräch mit einer berufstätigen, jungen Mutter, die erzählte, dass es im Dorf und bei Festen immer so schwierig sei, mit anderen in Austausch zu kommen, wenn gleichzeitig die Kinder Aufmerksamkeit brauchen. Tiefer gehende Gespräche wären dabei häufig kompliziert. Kontakte zu anderen Frauen, außer den Müttern aus der Kindergartengruppe, kämen nur schwer zustande. Mit einer weiteren Dorfbewohnerin planten die beiden deswegen einen offenen Frauentreff zu starten. Kurzfristig wurden Handzettel gedruckt und in alle Briefkästen verteilt.
Bei dem ersten Treffen wurden die Bedarfe für die anwesenden Frauen im Dorf thematisiert. So entstand eine umfangreiche Ideensammlung, an der aktuell gearbeitet wird.
Konkret dabei herausgekommen ist z.B. die Beschaffung eines Bücherschranks, der bald aufgestellt und durch das Leader-Programm mitfinanziert wird. Ein Dorfspaziergang und monatliche Treffen an wechselnden Tagen um 19.00 Uhr, ab und zu mit einem Mitbringbuffet und die Gründung einer whatssapp Gruppe auf der spontane Kaffeetrinken, Spaziergänge und ähnliches unkompliziert verabreden werden können. Alle Themen, die von Interesse sind, können angesprochen werden in der bunten Gruppe, die sich gefunden hat. Auch gemeinsame Filmabende zu relevanten Themen sind in Planung.
Zu dem für den Mai geplanten „White breakfast“ rund um das Dorfgemeinschaftshaus bringen sich nicht nur die Bettrumer Frauen sondern neben den „Bettrumer Mädels“ auch der Ortsrat mit ein.
Die größten Schwierigkeiten auf die ihr Engagement gestoßen ist, waren immer bürokratische Hürden. Das war herausfordernd bei den 4 syrischen Männern, die sie zusammen mit einer Unterstützungsgruppe betreut hat, sowie auch jetzt in der ukrainischen Familie und selbst beim Bücherschrank, war es nicht gleich einfach.
Aber eine Frohnatur lässt sich nicht entmutigen, sondern findet Wege und geht auf Menschen zu von denen sie glaubt, dass sie zu einer positiven Lösung beitragen können. In freundlicher, offener Gemeinschaft lässt sich unmöglich Geglaubtes häufig zusammen realisieren, glaubt sie.
Gereist ist sie weit und viel, aktuell gibt es keinen besonderen Wunsch nach einem Ziel. „Hauptsache zusammen mit meinem Mann,“ sagt sie heute.
Barbara Benthin