Präventionslots*innen in Lamspringe ziehen Bilanz
Die Förderung geht, das Engagement bleibt und weitere Ideen könnten realisiert werden.
Einsamkeit zu vermeiden und auch im Alter ein Leben zu führen, das von Sinn und der Möglichkeit der Selbstbestimmung und Selbstentfaltung geprägt ist, ist ein aktuelles Thema unserer alternden Gesellschaft. Eine Antwort darauf gibt das erfolgreiche Modellprojekt in der Kommune Lamspringe „Präventionslotsen für ältere Menschen im ländlichen Raum“, das am 28. August 2026, nach vier Jahren Laufzeit mit einer Abschlussveranstaltung im Kloster Lamspringe Bilanz zieht und Wege der Weiterführung aufzeigen will.
Ziel des von den gesetzlichen Krankenkassen geförderten und vom Landkreis Hildesheim und der Gemeinde Lamspringe verantworteten Projekts ist es, Menschen über 70 Jahre, die noch keinen Pflegegrad haben, durch Hausbesuche zu unterstützen, um weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. In einem persönlichen Gespräch wird offengelegt, wie sie ihre persönliche Lage einschätzen und was für Bedürfnisse vorhanden sind. Daraufhin stellen die ehrenamtlich arbeitenden Lotsinnen und Lotsen ihnen passgenaue Angebote aus dem lokalen Umfeld vor, sei es aus dem Gebiet der Gesundheitsvorsorge wie Sport und Ernährung, der Unterstützung im Haushalt oder Angebote, die dem Austausch und der Kommunikation mit anderen dienen. Immer geht es auch darum, Einsamkeit zu vermeiden und auch im Alter ein Leben zu führen, das von Sinn und der Möglichkeit der Selbstbestimmung und Selbstentfaltung geprägt ist.
Inzwischen wurde dieser Ansatz, der Motivation und Selbstkompetenz älterer Menschen im persönlichen Gespräch stärkt, mit einem Preis beim Niedersächsischen Ideenwettbewerb für Projekte zur Vermeidung und Überwindung von Einsamkeit ausgezeichnet. Eine ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe entstand ebenfalls daraus. Das Modellprojekt dient mehreren niedersächsischen Kommunen nun als Vorbild, Ähnliches auf den Weg zu bringen.
Nach einem Ratsbeschluss könnte es vielleicht weitergehen. Die Lotsinnen und Lotsen wollen an Bord bleiben und werden dann sicherlich nach Verstärkung suchen.
Susanne Kapeluch